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Archiv
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Neues vom Plattensammeln...
Hier
finden Sie regelmäßig ein paar persönliche
Erfahrungsberichte, Tipps, ein paar Links und sonstige Geschichten rund
um das Thema Beatles-Platten. Für ältere
Beiträge nutzen
Sie bitte das Archiv.
Das liegt vor allem an der Vielfalt unterschiedlicher Pressungen. Mir ist kein Album der Beatles bekannt, das in mehr Varianten erschien. Und folgerichtig gibt es darunter auch ein paar Perlen, um die sich die Sammler regelrecht reißen. Ganz vorne in der Liste stehen dabei die beiden Exportpressungen für die Schweiz: Help SMO 84008 und Help SMO 984008. Die erstgenannte LP erschien sowohl mit grünem als auch mit blauem Dom auf dem Cover. Seltsamerweise erzielt die Ausgabe mit grünem Dom noch höhere Preise bei ebay. Meine Ausgabe mit blauem Dom ist extrem schrabbelig. Dummerweise fehlt Ringos linker Arm, da ein Stück des Covers eingerissen ist. Ich habe die LP aber auch für nur rund 15 Euro ersteigert.
Die Platte mit dem Beach-Cover
steht im Katalog für rund 1000 Euro (Mint) - vielleicht die
teuerste deutsche Pressung der Beatles überhaupt. Bei ebay
geht sie hin und wieder für 500 bis 700 Euro über den
Tisch. Meist jedoch in bescheidenem Zustand. Meine Ausgabe ist ein
Counterfeit, gut gemacht mit gestanzter Matrixnummer, sauberer Sound,
aber definitiv eine Fälschung. Das erkennen Sie meist sehr
schnell an dem dünnen Vinyl und dem recht dünnen
Cover ohne Klebefalz auf der Rückseite und dem aufgedruckten
Stereo-Sticker (im Original aufgeklebt!). Zudem sollten die
Alarmglocken schrillen, wenn das Cover innen
blütenweiß ist. Bedenken Sie, dass die LP 45 Jahre
alt ist! Trotzdem müssen Sie bei dem Plattenhändler
Ihres Vertrauens auch für die Fälschung noch 30 - 50
Euro ausgeben, wenn Sie die tatsächlich haben
möchten. Bei ebay ist die LP nämlich kaum noch zu
bekommen, weil Auktionen mit dem vermeintlichen Re-Issue (RI) zurecht
sofort geschlossen werden. Es gab nie (!) ein Wiederauflage dieser
Pressung. Der Rest ist Brot und
Butter. Für die reguläre Hör zu-Erstpressung
mit großem Electrola-Aufdruck sollten Sie nicht mehr als 50
Euro ausgeben. Die beiden späteren Nachpressungen mit kleinem
Electrola-Aufdruck (1969) und dem TV-Logo auf dem Cover
(1972) sind sicher für unter 30 Euro im Top-Zustand zu haben.
Alle späteren deutschen Ausgaben bekommen Sie für 10
- 15 Euro bei ebay.
Merken Sie sich das bitte auch beim Kauf von Platten über Online-Auktionshäuser wie ebay. Dort bewerten die Verkäufer den Zustand der gebrauchten LPs gemeinhin nach dem so genannten Goldmine-System. Dieses kennt sieben Stufen: SS (Still sealed): Noch verschweißt, fabrikneu M (Mint): Praktisch
neu. Keine Beschädigungen, weder auf der Hülle noch
auf dem Medium – vermutlich nie gespielt. NM (Near Mint): Wie
neu, Keine Beschädigungen, weder auf der Hülle noch
auf dem Medium VG (Very Good): Kleine Kratzer bzw. leichtes Rauschen können vorkommen. G (Good): Die Platte
hat an Qualität verloren. Hat starke Kratzer. Das Cover zeigt
Beschädigungen. Hin und wieder ist noch von W (=Worn) zu lesen, was im Ranking unter Fair steht und bedeutet, dass die LP meist in zahllose Einzelteile zerbrochen ist und als Puzzle versendet wird oder das Original-Cover durch eine Lidl-Tüte ersetzt wurde oder beides. Jedenfalls sollte man eine als "Worn" eingestufte Platte nur nach sehr reiflicher Überlegung kaufen. Leider gilt diese Empfehlung weitestgehend auch für LPs, die vom Verkäufer mit F, G und vor allem VG (Very Good) bewertet werden. Streng genommen und wörtlich übersetzt steht "Very Good" für "Sehr gut". Vergessen Sie das aber bitte ganz schnell wieder, sofern es um gebrauchte LPs bei ebay geht. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich habe - naiv und in besten Absichten - zahllose dieser VG-Alben der Beatles bei ebay ersteigert. Und fast jedes Mal sind mir die Gesichtszüge entglitten, nachdem der Postbote die "Schätze" ins Haus gebracht hat. 90 Prozent dieser Platten besitzen mehr tiefe Furchen als das Gesicht von Keith Richards. Die Cover sind ausgefranst, eingerissen und enthalten kleine Namensstempel - wenn man Glück hat. Manchmal sind sie auch mit Hanuta-Klebebildern übersät. Oder einer der Vorbesitzer hat den auf dem Cover abgebildeten Personen Bärte und riesige Hornbrillen gemalt. Das
wäre bei billigen Platten, die für ein paar Euro
über
den virtuellen Tresen gehen, nicht weiter tragisch. Wenn aber ein
Verkäufer die "Something New" als "SMO-Pressung" mit "sehr
gut"
umschreibt, mehr als 100 Euro Erlös kassiert und dann eine
Scheibe
ausliefert, die lange Zeit als Servierbrettchen diente,
hört
der Spaß auf. Sie denken, das wäre eine Übertreibung? Ist es nicht! Jede noch so beschissene Platte wird bei ebay mit "VG" eingestuft. Das sollten Sie künftig bedenken, wenn Sie leichfertig den Finger am Abzug haben. Verräterisch sind in diesem Zusammenhang auch Ausführungen wie "Siehe Fotos" mit Verweis auf eine oder zwei briefmarkengroße Abbildungen, die bei Nacht oder aus mehreren Kilometern Entfernung aufgenommen wurden. Häufig zu lesen ist auch der Satz: "Habe keinen Plattenspieler mehr, deswegen...". Gemeint ist damit: "Selbst wenn ich einen Plattenspieler hätte, würde ich diese Scheibe höchstens noch als Nagelfeile nutzen". Wenn
auch Sie auf einen solchen Fake hereinfallen, gibt es zwei
Möglichkeiten: 1. Der Verkäufer nimmt den Mist zurück oder reduziert den Preis. (gut, aber selten) 2. Der Verkäufer kümmert sich einen Scheißdreck um Ihren Ärger. Mein Tipp in diesem Fall: Bleiben Sie freundlich, bitten Sie ihn um eine "sehr gute" Bewertung und versprechen Sie, ihn ebenfalls "very good" zu bewerten. Danach verewigen Sie so viele Gemeinheiten in seinem Bewertungsprofil, dass bei ebay künftig niemand mehr auch nur eine Büroklammer bei ihm kaufen würde. Dann, und nur dann, versteht auch der Verkäufer, dass die Beurteilung "very good" sehr viele Deutungsmöglichkeiten zulässt... | Stichworte | ||