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Flop des Monats
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Tipp des Monats - Oktober
Was mir gefällt, finden Sie vielleicht grauenhaft. Vielleicht aber auch nicht. Oktober: Peter Klint - Stuckist Ihre künstlerische Ausrufezeichen setzen die Stuckisten leise. Keine Skandal-Ausstellungen, die es in die Schlagzeilen der Boulevardzeitungen bringen könnten, keine verstörenden Installationen oder Videos, die ein neues Kapitel Kunstgeschichte rechtfertigen würden. Und auch die Lobgesänge der Kritiker, das Echo der Kunstpresse und der Applaus des Publikums internationaler Messen fallen wohl etwas dezenter aus. Was aber nicht an mangelnder Klasse oder Vielfalt liegt, sondern am selbst auferlegten Dekret. Die Rede ist vom Manifest des Stuckismus, dem sich nunmehr 143 Künstlergruppen aus 35 Ländern verpflichtet fühlen. Die Essenz: Kunst im Sinne der Stuckisten schafft einen Gegenpart zu den zahlreichen, schwer verdaulichen Strömungen und "ismen" der aktuellen Landschaft, deren Zugang und Verständnis einer elitären, akademischen Clique vorbehalten bleibt. Kunst muss als solche erkennbar sein - für jeden, der sich damit auseinandersetzen will. Nicht die Person des Künstlers steht im Vordergrund, sondern sein Werk.
Klint selbst bringt das schneller auf den Punkt: "Kunst muss etwas zu bieten haben. Was außerhalb eines Museums ein Hundehaufen ist, wird nicht dadurch zu Kunst, dass man den Hundehaufen auf ein Podest im Museum stellt."
"STRICKT, 21/17,5 CM, 11/05 "SELBST" , 20/26 cm, 09/03 Zeichnung: "Kieler Methode"
Klints aktuelle Bilder haben mich zunächst an Pop-Art erinnert. Das liegt nicht nur an den Alltagsmotiven und der flächigen Malweise, in der die Grundfarben dominieren, und an den schwarzen Konturierungen. Er garniert seine Sylter Strandmotive, die Stillleben und Portraits zudem mit feiner Ironie, indem er mit der Perspektive des Betrachters spielt, die Figuren karikiert oder mittels knalliger Farbkontraste verfremdet. Klasse Sachen, keine Frage. Allerdings mag Klint die Schublade "Pop-Art" überhaupt nicht. Er sieht sich in seiner Entwicklung von den Expressionisten Kirchner und Beckmann beeinflusst, dazu von Christian Schad, einem der Hauptvertreter der Neuen Sachlichkeit. In seinen jüngsten Gemälden finden sich jedoch nur vage Verweise. Und nach weiteren zu suchen, wäre eh sinnlos, weil keine Eingruppierung so recht passt. Dafür sorgt er selbst. Zum Beispiel mit seinen so genannten Einstrichzeichnungen - kleine Karikaturen, die er live und vor Publikum erstellt. Klint: "Das Einstrichzeichnen auf Zuruf ist ein Spiel, das ich bei meinen Vernissagen nutze, um die Besucher aufzutauen und zur Kreativität zu "zwingen". Bei Vernissagen erwarten viele Menschen steife Sekt&Smalltalk-Events mit asymmetrischen Frisuren, halben Brillen und pseudointellektuellem Geschwafel - schade um die Kunst und um ihre potentielle Rezipientenschaft, die dadurch vergrault wird."
Preise: Trotz zahlreicher Ausstellungen - gerade auch im Ausland - sind die Preise für die Unikate moderat. Zwischen 200 und 800 Euro kosten die Gemälde. Preisangaben finden Sie auf der Homepage nicht - dafür aber einen sehr guten und aktuellen Überblick zum Werk und zu kommenden Vernissagen.
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