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Tipp des Monats - November

Was mir gefällt, finden Sie vielleicht grauenhaft. Vielleicht aber auch nicht.
Auf dieser Webseite finden Sie regelmäßig Bilder, die ich mir gekauft habe oder kaufen würde, wenn ich das Geld und noch Platz an den Wänden hätte.

November: Erhard Stöbe - Zartbittermalerei

Bei Stöbes Bildern sollten Sie zweimal hinschauen. Dann vergeht Ihnen das Grinsen. So ging es mir jedenfalls. Viele der figurativen Gemälde auf seiner Homepage "schmecken" zunächst zuckersüß, einige wirken fast niedlich. Mal in leuchtenden Pastelltönen wie bei einer Erdbeertorte, mal in den satten Grundfarben wie beim Blick in eine Gummibärentüte vermittelt er seine Alltagsszenerien und mythologischen Geschichten. So ködert Stöbe den Betrachter.

Der etwas bittere Nachgeschmack kommt dann unvermittelt und automatisch, wenn man in die Motive eintaucht und sich auf die Details einlässt. 

 

Alte Maus, aus der "Schwarzmalerei-Serie", 120 x 90 Öl/Lwd, 2006   Alte Maus, aus der "Schwarzmalerei-Serie", 2006, 120 x 90,
      Öl/Lwd

 

 

Melancholisch, bisweilen zynisch bebildert Stöbe die Alltagswelt abseits der ausgetretenen Kunst-Pisten: Autos, die von Brücken fliegen, Weinberge im Schnee, alternde Mickey Mäuse, leere Kino-Ränge vor leerer Leinwand. Und Gewalt - offen und versteckt. Stöbes Bilder provozieren leise, allerdings ohne pädagogische Intention. Er legt es nicht auf farbige Mahnmale an. Die Deutung ist Aufgabe des Betrachters. Vor allem bei den zahlreichen mythologischen Gemälden keine leichte Angelegenheit.
 



Ebenso schwer wäre es, eine chronologische Linie im Schaffensprozess ziehen zu wollen. Dazu Stöbe: "Ich arbeite oft in Serien, d.h. es steht entweder ein bestimmtes Thema/ein Inhalt oder ein Malereiproblem im Vordergrund, etwa bestimmte Farbgruppen etc.  Dazwischen entstehen auch Einzelbilder – kann sein, dass ich davon etwas später für eine Serie aufgreife."

Deutlich wird der künstlerische Weg aus seiner Biographie. Stöbe begann mit figurativer Malerei (zeitweise Pop-Art), änderte dann während seines 10jährigen Lehrauftrags an der Hochschule für Angewandte Kunst in Österreich Stil und Vorlieben. Er widmet sich der abstrakten Malerei, was Mitte der 80er in einer "Reduktion der Farbpalette auf 4 Farben
(weiß, schwarz, rot, gelb )" gipfelt. Bei seinen gegenständlichen Werken treten in dieser Zeit die Motive "Akt" und "Mythologie" in den Vordergrund.
Diese vielen Facetten erklären das scheinbare Sammelsurium an Stilen und Techniken der Bilder auf seiner Homepage: ein guter Querschnitt der wichtigsten Schaffensperioden.

 

Stadtautobahn, aus dem Zyklus "Peripherie", 2000, 42x54, Aquarell/Papier Club Mer, 2003, 150x150, Öl/Lwd

"Stadtautobahn, aus dem Zyklus "Peripherie",             Club Mer, 2003, 150x150, Öl/Lwd
2000, 42x54, Aquarell/Papier                
                

 

Preise: Stöbe ist nicht nur als Künstler ein "alter Hase", sondern auch ein erfahrener Fachmann und Kunstpädagoge. Von 1988 bis 2003 hat er als Chef der Restaurierabteilung an der Österreichischen Galerie Belvedere gearbeitet. Nicht die schlechteste Adresse. Während seiner fast 40jährigen Maltätigkeit hat er zahlreiche Ausstellungen in Österreich und Europa gehabt. Seine großformatigen Ölgemälde kosten zwischen 2000 und 4500 Euro.
 

Homepage Erhard Stöbe
 


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