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Archiv - Januar 2007

Hier lesen Sie alle Einträge vom Januar...
 

31. Januar 2007
Gewinnspiel: 11 Klasse-Arbeiten von Klasse-Künstlern!

Hier geht's zum Gewinnspiel....Heute - auf den Tag genau - wird dieser Blog ein Jahr alt! Als Dankeschön für Ihre Klicks (vor allem in den letzten Wochen), für die netten Mails und Kontakte, die nützlichen Hinweise und Anregungen startet heute ein Gewinnspiel, bei dem Sie einen von 11 Klasse-Preisen gewinnen können, die meine Tipps des Monats kostenlos zur Verfügung gestellt haben. Sind wirklich tolle und vor allem einmalige Arbeiten dabei. Dafür müssen Sie lediglich Ihr Kunstverständnis und Ihre Beobachtungsgabe unter Beweis stellen. Aber als "Connaisseur der ersten Stunde" ist das sicherlich kein Problem für Sie. Tipp: Klicken Sie auf der Quiz-Seite die Webseiten der Künstler an, dann ergibt sich das ein oder andere von ganz allein...

Das Gewinnspiel endet übrigens am 28.2.2007. Am 1.3.2007 werden die Gewinner auf dieser Seite veröffentlicht. Lesen Sie aber bitte vorher die Teilnahmebedingungen. Und jetzt viel Spaß dabei!


29. Januar 2007
Kunst-Kauf-Knigge

Sie wollen sich ein Kunstwerk kaufen? In Ihrem Alltags-Jogging-Anzug rein in den Laden, Ware aussuchen, zahlen und raus? Das kennen Sie vielleicht aus dem Schlecker-Markt, funktioniert aber nicht in einer Galerie. Vor, während und nach dem Bilderkauf, so meint die aktuelle Welt am Sonntag, sind Sie pausenlos Fauxpas-gefährdet. Deswegen liefert Michaela Neumeister, Senior Partnerin im Auktionshaus Philips de Pury & Co den "längst überfälligen" Kunst-Kauf-Knigge im Frage-und-Antwort-Stil. Das wäre normalerweise keine Erwähnung wert, wenn nur die Fragen nicht so dämlich und die Antworten nicht so unglaublich ignorant wären. Hier ein "Best of":

Frage: Muss ich eigentlich Schwarz tragen, wenn ich in eine Galerie gehe? Oder sollte ich meine Garderobe auf die gezeigten Werke abstimmen?

Neumeister: Nein, natürlich nicht. (...) Und wer drei verschiedene Galerien hintereinander besucht, passt dann eventuell farblich nicht mehr zu den unterschiedlichen Kunstwerken (...).

Frage: Kommt Videokunst als ganz normale DVD, oder sind die Hüllen besonders gestaltet?

Neumeister: Videokunst kommt tatsächlich meist ganz unauffällig daher. Ich habe ein Video von Francis Alys und hatte neulich schon Panik, weil ich es nicht wieder gefunden habe - so unauffällig sind die.

Frage: Stellt man solche Werke einfach ins DVD-Regal?

Neumeister: (...) Das Original sollte man kühl und trocken lagern (...).


Frage: Wie präsentiert man Videokunst? 

Neumeister: Sie brauchen eine leere Wand, manchmal auch mehrere, und einen Beamer; alles denkbar einfach! Wer den Tag nicht im Halbdunkel verbringen will, kann die Videos über den Flatscreen laufen lassen.

Frage: Darf ich eigentlich Chips zur Videokunst essen? 

Neumeister: Ich habe was gegen Chips, deswegen würde ich eher Gummibärchen essen. (...).

Frage: Und was mache ich, wenn ich mehr Bilder als Wände habe? 

Neumeister: Dann fängt man an, ein Sammler zu sein. Vorher richtet man ja nur sein Haus ein. Eigentlich bleibt dann nur das Lager. Oder das "expanded living room": eine Mischung aus Wohnzimmer und Showroom. Man mietet sich einen zusätzlichen großen Raum und stellt ein paar Möbel, vielleicht auch einen Fernseher hinein. Der ist in München derzeit sehr beliebt."
 

Bevor Sie sich jetzt (zurecht) fragen, wer der Dame so dermaßen ins Hirn geschissen hat, eine tröstliche Antwort gab es dennoch, und zwar auf die Frage, ob Rauchen der Kunst schade. Statt eines Kurzvortrages zu Lungenkrebs und zur unverantwortlichen Gefährdung der Passiv-Raucher (und der kühl gelagerten Videokunst-DVD-Hüllen) meinte Neumeister: "Die Bilder vergilben, aber man kann sie reinigen".

Übrigens (da ich nicht Neumeister heiße): Wenn Sie diese Seite (regelmäßig) anklicken, dürfen Sie auch Chips essen. Oder Gummibärchen. Und dabei auch rauchen. Ganz wie Sie wollen.


28. Januar 2007
Tipps und Flops

Fiese Arbeitswochen gibt es viele - die letzte zum Beispiel. Nicht viel Zeit für Einträge auf dieser Blog-Seite. Sorry! Gab aber auch zwei sehr nette Überraschungen, die nicht unerwähnt bleiben soll. Erstens: Mit der von mir gewohnten "Sorgfalt und Seriosität" wollte ich (und werde ich) am 31.1.2007 zum einjährigen Geburtstag dieser Seite ein Gewinnspiel mit "Suuuuper-Verlosung" starten. Dafür habe ich meine Tipps des Monats angeschrieben, mit der Bitte, etwas beizusteuern. Dass ausnahmslos alle (!) Künstler sich daran beteiligen, finde ich klasse und umwerfend. Freuen Sie sich darauf! Es sind wirklich phantastische Arbeiten dabei, die ich dann natürlich auch anständig verpacken und verschicken werde. Versprochen!
 

Badly Drawn Boy und ich nach dem Konzert und einigen Bieren (beide)  Badly Drawn Boy nach dem Konzert (sorry, übles  Handy-Foto!)

 

 

 

Zweitens: Ein sehr netter Kontakt. Ich bin nicht unbedingt promi-geil, aber nach seinem großartigen Konzert am Freitag saß unverhofft der britische Musiker Badly Drawn Boy neben mir in einer Kneipe. Nüchtern hätte ich ihn nicht angequatscht, aber ein paar Bier während des Konzerts haben Starthilfe geleistet. Sehr netter, entspannter Typ!


Sieht mit Mützchen und Bart zwar aus wie ein Zwerg, aber singt wie ein Engel und spielt Gitarre wie ein Gott! Leute, kauft seine CDs - vor allem das neue Album (Born in the U.K.) - das vielleicht beste Pop-Album seit Sgt. Peppers!

Absolut unterirdisch ist demgegenüber das, was ein paar Jungs in den Niederlanden mit einer Rodin-Skulptur angestellt haben. Üble Kiste und Anlass genug, den Flop des Monats zu erneuern.

21. Januar 2007
Wie sicher sind Kunst-Auktionen für den Käufer?

Teure (und echte) Ölgemälde großer Meister der Moderne, des Im- und Expressionismus können Sie längst auch bei ebay ersteigern. Suchen Sie doch mal nach Corinth, Liebermann, Kirchner, Pechstein oder Kokoschka. Das Angebot ist groß, die Preise scheinbar konkurrenzlos günstig. Dennoch gibt es gute Gründe, den Finger vom Bieten-Knopf zu nehmen.

Jurist Gunnar Schnabel prangert in einem aktuellen Beitrag zum Thema Restitutionen in der Welt am Sonntag (heutige Ausgabe) die Sorglosigkeit der Verkäufer an. Der Hintergrund: Die spektakulären Rückgaben des vergangenen Jahres und die damit verbundenen Rekord-Auktionen der Klimt- und Kirchner-Bilder könnten für eine Restitutions-Welle sorgen - nicht nur bei Gemälden von sechs- oder siebenstelligem Wert. Das betrifft selbst kleinformatige Werke, die in den ersten drei, vier Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts oder früher gemalt wurden.

Das Thema Provenienz wird ebenso wichtig die Frage nach der Echtheit. In welchen Ausstellungen, Geschäftsräumen oder Schlafzimmern ein Bild hing, sollte sich lückenlos von der Entstehung bis zum aktuellen Verkauf rückverfolgen lassen. Kann der Verbleib eines Kunstwerkes während der NS-Zeit nicht sauber dokumentiert werden, ist höchste Vorsicht geboten. Hier besteht die Gefahr, dass der rechtmäßige Besitzer (Maler oder Käufer) von den Nazis beklaut wurde. Klarheit verschafft in vielen Fällen das Art Loss Register mit seiner immensen, internationalen Datenbank enteigneter oder gestohlener Kunstwerke (ab einem Wert von 1000 Euro). Das hat sich aber anscheinend noch nicht herumgesprochen, nicht einmal zu den großen Auktionshäusern. Schnabel führt in dem Beitrag zahlreiche Beispiele an, in denen renommierte Auktionshäuser bedeutende Lose (Rubens, Schiele, Liebermann) zurückziehen mussten, weil sie ihre Hausaufgaben nicht gemacht hatten.

Allein die beiden ganz großen, Sotheby's und Christie's, geben Garantiererklärungen ab, die Herkunft eines Bildes lückenlos nachweisen zu können. Besteht der geringste Zweifel, verzichten die Häuser auf die Versteigerung. Restitutionsansprüche sind damit ausgeschlossen. Schnabel hat zu dem Thema übrigens ein Buch geschrieben: "Handbuch der Kunstrestitution weltweit", Proprietas-Verlag, 39,80 Euro. Spannendes Thema.


17. Januar 2007
Kunstjahr 2007 ("Kultur ist IN")

Selbst die Bild-Zeitung, normalerweise nicht für ausgewogene Kunstberichterstattung berühmt, bewirbt unter der verdammt blöden Headline "Kultur ist IN" (Ausgabe vom Dezember) das Kunst- und Ausstellungsjahr 2007. Aufgelistet werden hier 10 Events, die "Sie in dem neuen Jahr sehen sollten". Auf eine weitaus höhere Zahl wichtiger Messen und Ausstellungen allein im ersten Halbjahr kommt der art-Beileger des aktuellen Heftes.

Was aber sowohl Gruner &  Jahr als auch Springer völlig verpennt haben, sind die Ausstellungen "meiner" Tipps des Monats. Um diese Lücke zu schließen, gibt es ab sofort eine Übersicht zu den tatsächlich wichtigen Kunst-Events des laufenden Jahres. Willkürlich und unvollständig - wie Sie es von mir gewohnt sind.


11. Januar 2007
Druck(e) aus dem Osten

Im Oktober hatte ich es ja bereits angekündigt, wenn ich Kontakt zu Uta Zaumseil herstellen kann, wird sie die Rubrik Tipp des Monats bereichern. Vorgestern war die sympathische Thüringerin in München. Mit ihrem neuen Katalog voller Klasse-Arbeiten, die wieder eines gemeinsam haben: Kein einziges Gemälde. Zaumseils Techniken heißen Holz- und Linolschnitt.
 

"Der wilde Osten", Holzschnitt  Uta Zaumseil: "Der wilde Osten"

 

 

 

 


"Exklusiv" daraus habe ich ein paar Motive abgebildet, die erstmals im April in Bayreuth der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Das als Entschädigung für die fast zweiwöchige Verspätung. Viel Spaß damit.


05. Januar 2007
"Edgar" verkauft nun auch Kunst

Als regelmäßiger Kneipen-Tourist kennen Sie sicherlich die Werbe-Postkarten im großen Ständer, immer nahe am Klo. Gestern nach dem Kino ("Departed" - großartiger Film!) ist mir ein Motiv in die Hände gefallen, das wunderbar zu meiner Seite passt. "Kauf Kunst". Schöne Karte.
 

Edgar-Karte "Kauf Kunst" Edgar-Karte "Kauf Kunst"

 

Dahinter steht natürlich auch eine Aktion. Die Medien-Agentur Edgar verkauft nicht nur Werbeflächen oder versendet E-Cards, sondern bietet nun auch Kunstwerke an, derzeit in den Kategorien Rock-Art, Boarder-Art, Fotografie, Malerei und Grafik.


Die Auswahl in punkto Malerei ist bislang noch recht dürftig. 11 Künstler sind hier vertreten, die leider nur Farbdrucke ihrer Werke für knapp 150 Euro anbieten. Schade, dass nicht auch Originale zum Zuge kommen. Sind nämlich ein paar witzige Motive dabei.


04. Januar 2007
So sehen Sieger aus...

Beglückwünschen Sie mich bitte. Ich habe nämlich den ersten Preis gewonnen. Bei einem Preisausschreiben der "Galerie B" in München während der Langen Nacht der Museen. Gestern kam es endlich zur Übergabe. Frau "B" hatte sogar eine Flasche Prosecco besorgt. Und die gesamten Motive der Reihe "Luxus" des Künstlers "4000" zu meinen Füßen ausgebreitet. Ich war sprachlos (obwohl ich gerne gefragt hätte: "Was ist das?", aber das erschien mir in dem Moment unhöflich und undankbar).
 

Motiv aus der Reihe "Luxus" vom Künstler "4000" Motiv aus der Reihe "Luxus" vom Künstler "4000"

 

 

Der Hamburger Künstler "4000" heißt tatsächlich Thomas Egeler. Aber das klingt uncool, deswegen das Pseudonym. Egeler ist 63 in Heilbronn geboren und wird von keinem geringeren als Saatchi gesammelt. Zudem hat er Plattencover und einen Platin-Award für R.E.M. gestaltet und wohl einiges mit Benjamin von Stuckrad Barre zu tun. Jedenfalls übernimmt er - so scheint es - dessen komplettes Merchandising. Das und mehr steht auf seiner Webseite und sollte mir eigentlich ein Gefühl der Ehrfurcht geben. Zumindest aber ein bisschen Besitzerstolz. Hätte auch fast geklappt.
 

Heute Vormittag habe ich dann aber gesehen, dass der umtriebige Herr 4000 auch über ebay verkauft - fremde Kunstwerke und eigene Arbeiten. Darunter auch Computergrafiken aus der "Luxus"-Serie. 12 Euro kosten 2 Blätter - nicht jeweils, sondern zusammen! Gerahmt! "Sofort-Kaufen"-Preis.

Vielleicht hätte ich gestern doch meinem ersten Impuls folgen sollen: Blitzschnell die Flasche Prosecco unter den Mantel und nix wie raus! Aber dann hätte ich ein paar wirklich interessante Statements von Frau "B" zur aktuellen Kunst-Szene und zum Markt verpasst (war tatsächlich sehr ergiebig - und danke für die Tipps!).

Denke, das Bild wird im Rahmen meines Gewinnspiels Ende Januar verlost. Aber nicht als Hauptgewinn. Da habe ich schon was Edles in petto.


02. Januar 2007
Frohes neues, Herr Rauch (Das Zitat des Monats)


"Neo Rauch.
Der Erzählreichtum machte ihn erfolgreich -
seine Bilder strotzen aber von schlechtem Geschmack, ja haarsträubendem Kitsch, der auch vor den peinlichsten
Anleihen bei Salvador Dalí nicht zurückschreckt."


Architekt Stephan Braunfels im Zeit-Interview vom 28. Dezember auf die Frage nach dem meist überschätzten Künstler.

 

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