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Archiv - Januar 2007
Hier lesen Sie alle Einträge vom Januar...
31. Januar 2007
29. Januar 2007
Sie wollen sich ein Kunstwerk kaufen? In
Ihrem Alltags-Jogging-Anzug rein in den Laden, Ware aussuchen, zahlen und
raus? Das kennen Sie vielleicht aus dem Schlecker-Markt, funktioniert aber
nicht in einer Galerie. Vor, während und nach dem Bilderkauf, so meint die
aktuelle
Welt am Sonntag, sind Sie pausenlos Fauxpas-gefährdet. Deswegen
liefert Michaela Neumeister, Senior Partnerin im Auktionshaus
Philips de Pury & Co den "längst überfälligen" Kunst-Kauf-Knigge im
Frage-und-Antwort-Stil. Das wäre normalerweise keine Erwähnung wert, wenn
nur die Fragen nicht so dämlich und die Antworten nicht so unglaublich
ignorant wären. Hier ein "Best of":
Bevor Sie sich jetzt (zurecht) fragen, wer
der Dame so dermaßen ins Hirn geschissen hat, eine tröstliche Antwort gab
es dennoch, und zwar auf die Frage, ob Rauchen der Kunst schade. Statt
eines Kurzvortrages zu Lungenkrebs und zur unverantwortlichen Gefährdung
der Passiv-Raucher (und der kühl gelagerten Videokunst-DVD-Hüllen) meinte
Neumeister: "Die Bilder vergilben, aber man kann sie reinigen".
28. Januar 2007
Fiese Arbeitswochen gibt es viele - die
letzte zum Beispiel. Nicht viel Zeit für Einträge auf dieser Blog-Seite.
Sorry! Gab aber auch zwei sehr nette Überraschungen, die nicht unerwähnt
bleiben soll. Erstens: Mit der von mir gewohnten "Sorgfalt und
Seriosität" wollte ich (und werde ich) am 31.1.2007 zum einjährigen
Geburtstag dieser Seite ein
Gewinnspiel mit "Suuuuper-Verlosung" starten. Dafür habe ich meine
Tipps des Monats angeschrieben, mit der Bitte, etwas beizusteuern.
Dass ausnahmslos alle (!) Künstler sich daran beteiligen, finde ich klasse
und umwerfend. Freuen Sie sich darauf! Es sind wirklich phantastische
Arbeiten dabei, die ich dann natürlich auch anständig verpacken und
verschicken werde. Versprochen!
Zweitens: Ein sehr netter Kontakt. Ich bin
nicht unbedingt promi-geil, aber nach seinem großartigen Konzert am
Freitag saß unverhofft der britische Musiker
Badly Drawn Boy neben mir in einer Kneipe. Nüchtern hätte ich ihn
nicht angequatscht, aber ein paar Bier während des Konzerts haben
Starthilfe geleistet. Sehr netter, entspannter Typ!
21. Januar 2007
Teure (und echte) Ölgemälde großer Meister
der Moderne, des Im- und Expressionismus können Sie längst auch bei ebay
ersteigern. Suchen Sie doch mal nach Corinth, Liebermann, Kirchner,
Pechstein oder Kokoschka. Das Angebot ist groß, die Preise scheinbar
konkurrenzlos günstig. Dennoch gibt es gute Gründe, den Finger vom
Bieten-Knopf zu nehmen. Das Thema Provenienz wird ebenso wichtig die Frage nach der Echtheit. In welchen Ausstellungen, Geschäftsräumen oder Schlafzimmern ein Bild hing, sollte sich lückenlos von der Entstehung bis zum aktuellen Verkauf rückverfolgen lassen. Kann der Verbleib eines Kunstwerkes während der NS-Zeit nicht sauber dokumentiert werden, ist höchste Vorsicht geboten. Hier besteht die Gefahr, dass der rechtmäßige Besitzer (Maler oder Käufer) von den Nazis beklaut wurde. Klarheit verschafft in vielen Fällen das Art Loss Register mit seiner immensen, internationalen Datenbank enteigneter oder gestohlener Kunstwerke (ab einem Wert von 1000 Euro). Das hat sich aber anscheinend noch nicht herumgesprochen, nicht einmal zu den großen Auktionshäusern. Schnabel führt in dem Beitrag zahlreiche Beispiele an, in denen renommierte Auktionshäuser bedeutende Lose (Rubens, Schiele, Liebermann) zurückziehen mussten, weil sie ihre Hausaufgaben nicht gemacht hatten. Allein die beiden ganz großen, Sotheby's und Christie's, geben Garantiererklärungen ab, die Herkunft eines Bildes lückenlos nachweisen zu können. Besteht der geringste Zweifel, verzichten die Häuser auf die Versteigerung. Restitutionsansprüche sind damit ausgeschlossen. Schnabel hat zu dem Thema übrigens ein Buch geschrieben: "Handbuch der Kunstrestitution weltweit", Proprietas-Verlag, 39,80 Euro. Spannendes Thema.
17. Januar 2007
Selbst die Bild-Zeitung, normalerweise nicht
für ausgewogene Kunstberichterstattung berühmt, bewirbt unter der verdammt
blöden Headline "Kultur ist IN" (Ausgabe vom Dezember) das Kunst- und
Ausstellungsjahr 2007. Aufgelistet werden hier 10 Events, die "Sie in dem
neuen Jahr sehen sollten". Auf eine weitaus höhere Zahl wichtiger Messen
und Ausstellungen allein im ersten Halbjahr kommt der
art-Beileger des aktuellen Heftes.
11. Januar 2007
Im
Oktober hatte ich es ja bereits
angekündigt, wenn ich Kontakt zu Uta Zaumseil herstellen kann, wird sie
die Rubrik
Tipp des Monats bereichern. Vorgestern war die sympathische
Thüringerin in München. Mit ihrem neuen Katalog voller Klasse-Arbeiten,
die wieder eines gemeinsam haben: Kein einziges Gemälde. Zaumseils
Techniken heißen Holz- und Linolschnitt.
05. Januar 2007
Als regelmäßiger Kneipen-Tourist kennen Sie
sicherlich die Werbe-Postkarten im großen Ständer, immer nahe am Klo.
Gestern nach dem Kino ("Departed" - großartiger Film!) ist mir ein Motiv
in die Hände gefallen, das wunderbar zu meiner Seite passt. "Kauf Kunst".
Schöne Karte.
Dahinter steht natürlich auch eine Aktion.
Die
Medien-Agentur Edgar verkauft nicht nur Werbeflächen oder versendet
E-Cards, sondern bietet nun auch
Kunstwerke an, derzeit in den Kategorien Rock-Art, Boarder-Art,
Fotografie, Malerei und Grafik.
04. Januar 2007
Beglückwünschen Sie mich bitte. Ich habe
nämlich den ersten Preis gewonnen. Bei einem Preisausschreiben der
"Galerie B" in München während der
Langen Nacht der Museen.
Gestern kam es endlich zur Übergabe. Frau "B" hatte sogar eine Flasche
Prosecco besorgt. Und die gesamten Motive der Reihe "Luxus" des Künstlers
"4000" zu meinen Füßen ausgebreitet. Ich war sprachlos (obwohl ich gerne
gefragt hätte: "Was ist das?", aber das erschien mir in dem Moment
unhöflich und undankbar).
Der Hamburger Künstler "4000"
heißt tatsächlich Thomas Egeler. Aber das klingt uncool, deswegen das
Pseudonym. Egeler ist 63 in Heilbronn geboren und wird von keinem
geringeren als
Saatchi gesammelt. Zudem hat er Plattencover und einen Platin-Award
für R.E.M. gestaltet und wohl einiges mit
Benjamin von Stuckrad Barre zu tun. Jedenfalls übernimmt er - so
scheint es - dessen komplettes Merchandising. Das und mehr steht auf
seiner Webseite und sollte mir eigentlich ein Gefühl der Ehrfurcht
geben. Zumindest aber ein bisschen Besitzerstolz. Hätte auch fast
geklappt.
Heute Vormittag habe ich dann aber gesehen,
dass der umtriebige Herr 4000 auch über ebay verkauft - fremde Kunstwerke
und eigene Arbeiten. Darunter auch
Computergrafiken aus der "Luxus"-Serie. 12 Euro kosten 2 Blätter -
nicht jeweils, sondern zusammen! Gerahmt! "Sofort-Kaufen"-Preis. Denke, das Bild wird im Rahmen meines Gewinnspiels Ende Januar verlost. Aber nicht als Hauptgewinn. Da habe ich schon was Edles in petto.
02. Januar 2007
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