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Tipp des Monats - Mai

Was mir gefällt, finden Sie vielleicht grauenhaft. Vielleicht aber auch nicht.
Auf dieser Webseite finden Sie regelmäßig Bilder, die ich mir gekauft habe oder kaufen würde, wenn ich das Geld und noch Platz an den Wänden hätte.

Eva Warnke - Stillleben aus einem Tagebuch

Perfektionistisch ist Eva Warnke ganz sicher. Vor allem in den mitunter hyperrealistischen Stillleben der jüngeren Vergangenheit spiegelt sich ihr Drang, nahezu fotorealistische Abbilder zu schaffen. Nicht aber von Menschen, sondern von den Geschichten über Menschen. Die gemalten "Pinwände" mit Fotoschnipseln und handschriftlichen Notizen, der angebrochenen Flasche Wein im Vordergrund und den kleinen, fast beiläufig platzierten Requisiten vermitteln einen Moment der absoluten Zeitlosigkeit. Gut, das haben Stillleben so an sich. Aber der Betrachter verharrt unweigerlich in den Erinnerungen anderer Menschen - wie beim Blättern in einem fremden Tagebuch. Das ist ungewohnt und hat etwas voyeuristisches.

 

"Die grosse Apfelsine", 2004, Öl auf Leinwand, 80 x 60 cm  "Die grosse Apfelsine", 2004, Öl auf Leinwand, 80 x 60 cm










Monoton könnten die Motive auf Dauer sein - oder ins Kitschige abgleiten. Das passiert aber nicht, denn Warnke schafft keine Stillleben aus dem Kochbuch oder dem Ikea-Katalog, sondern versetzet die Szenerie teilweise mit kleinen, verschlüsselten Botschaften, die den ersten Eindruck in Frage stellen. Warnke: "Es sind persönliche Erinnerungen und Impressionen. Aber in der Trompe-l’oeil-Malerei wird oft so gemalt, weil die Dinge dann zum Greifen echt aussehen, wenn man alles etwas übertreibt."

Einige sehr gelungene Experimente dieser Art finden Sie auch, wenn Sie auf der Homepage der Künstlerin die frühen, surrealistischen Motive anklicken.

Der Handschuh, 2000, Öl auf Leinwand, 60 x 70 cm Antonella Terrazzini, 1998, Öl auf Leinwand, 60 x 70 cm

Der Handschuh, 2000, Öl, 60 x 70 cm                                Antonella Terrazzini, 1998, Öl,  60 x 70 cm


Warnke lebt und arbeitet in Deutschland, geprägt aber hat sie die Zeit im Ausland - in ihrer Stilauffassung und in der Motivwahl. "Ich habe 30 Jahre in Italien gelebt, dort war der Abstraktismus etc. nicht so sehr „in“, wie in Deutschland, also war es fast eine natürliche Sache, mich mit dem Realismus und dann mit der Trompe-l’oeil-Malerei zu befassen, der Kunst der Augentäuschung. In Stuttgart, wo ich ein wenig an der Kunstakademie studiert habe, wurde praktisch Abstraktismus gepredigt! Das befriedigte mich nicht so sehr. In Italien lernte ich dann den großen Gregorio Shiltian kennen, ein Meister der Trompe-l’oeil-Malerei, und in den neunziger Jahren dazu noch die großen französischen Meister, wie Jacques Poiriet, Jean Malice u.a..."


Preise: Warnke ist nicht ganz billig - Genau Preise veröffentlicht sie im Internet aber nicht. Bei Interessen wenden Sie sich am besten direkt an die Künstlerin.
 

Homepage Eva Warnke

 

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