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Flop des Monats - Februar 2007

Über Kunst kann man sicherlich streiten. Nicht aber über Geschmacksverirrungen. Oder doch? Freuen Sie sich hier regelmäßig über Kitsch, skurrilen Mist, dreiste Kopien und sonstigen Kram, der irrtümlich als "Kunstobjekt" angeboten wird.

Macht kaputt, was euch kaputt macht??

Kunstzerstörung ist durchaus ein diskussionswürdiges Thema. Dass diese "Attentate" nur dann zum Thema der Nachrichten werden, wenn irgendwelche Installationen oder Plastiken bedeutender Künstler gemetzelt werden, vernebelt den Blick etwas. Ich würde gerne wissen, wie viele Künstler selbst beim ersten, zweiten oder auch dritten Entwurf Hand anlegen und mitunter Klasse-Arbeiten vor der Fertigstellung ins Nirwana schicken. Schade drum? Das ist eine Frage, die allein der Künstler beantworten kann.

Allerdings geht es mir hier nicht um die Zerstörung durch den Erschaffer, sondern durch das Publikum. Dafür gibt es wohl drei Ursachen:

1. Zerstörung aus Unwissenheit
2. Zerstörung als ultimative Form der Auseinandersetzung mit dem Werk
3. Zerstörung aus kompletter Verblödung

Die Unterschiede sind immens - wenn auch das Resultat gleich ist. Trotzdem gibt es Gründe, für Typ eins und zwei zumindest ein Minimum an Verständnis aufzubringen.

Legendär ist die Beuys-Geschichte: Der hatte für den Dalai Lama eine "Klasse" Fett-Ecke in einem Raum der Düsseldorfer Kunsthochschule eingerichtet. Eigentlich ja eine sehr schöne und persönliche Idee, aber dummerweise musste der Raum nach seinem Tod geleert werden. Auch die 5 Kilo geronnene Butter wurden von Unbekannten in einen Papierkorb geschaufelt. Dass eine Putzfrau verantwortlich gewesen sein soll, gilt heute als Legende. Wer auch immer es war, ich habe ihm verziehen. Auch die Werke von Marcel Duchamp wurden von seinem Publikum häufig nicht als Kunst erkannt, weggeräumt oder zweckentfremdet. Ihn hat's übrigens amüsiert...

Kritischer ist Typ 2: Zerstörung als letzter Ausweg in der Auseinandersetzung mit dem Werk. Beispiele gibt es dafür auch viele.
 

Hommage an Barnett Newman  Hommage an Barnett Newman (Nachbildung des
      Kunst-Attentates)






Das vielleicht Prominenteste: Der Amerikaner Barnett Newman (1905 - 1970) schuf eine Reihe großformatiger Gemälde, in denen die Reiz- und Signalfarben Rot, Gelb und Blau dominieren. 1982 hat ein Student in einem Berliner Museum eines der Bilder mit einer Plexiglasstange attackiert. Als Grund gab er "Angst vor dem Gemälde" an. Ein ähnliches Motiv von Newman wurde in Amsterdam vier Jahre später aufgeschlitzt.

Völlig indiskutabel ist dagegen Typ 3: Zerstörung aus kompletter Verblödung. Im Gegensatz zu Typ eins weiß der Täter sehr wohl, dass es sich um Kunst handelt, im Gegensatz zu Typ 2 interessiert ihn das aber nicht die Bohne. Passiert ist das aktuell in den Niederlanden.

Ich bin nicht der große Skulpturen-Experte und Rodin-Fan, aber leid tut es wohl jedem um den "Denker", (der selbst den konsequentesten Kulturbanausen bekannt sein sollte).
 

Der "Denker" von Rodin  Regelrecht hingerichtet: Der "Denker" von Rodin

 

 

 

 

Wie die Art meldet, wurde die Statue am 16. Januar im Park des niederländischen Singer-Museum geklaut. Und zwar mit Hilfe einer Metallsäge. Die Rodin-Figur stammt von 1880 und hat(te) einen Schätzwert von mindestens einer Million Euro. Den Kunsträubern ging es allerdings nicht um eine lukrative Weitervermittlung an private Sammler, sondern nur um das Rohmaterial.


Der "Denker" wurde bereits angesägt, um ihn wohl später in handliche Portionen zu zerlegen und besser schmelzen zu können. Auf dem Schwarzmarkt hätte die Bronzemasse nicht einmal 1000 Euro eingebracht!




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