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Flop des Monats - April 2007

Über Kunst kann man sicherlich streiten. Nicht aber über Geschmacksverirrungen. Oder doch? Freuen Sie sich hier regelmäßig über Kitsch, skurrilen Mist, dreiste Kopien und sonstigen Kram, der irrtümlich als "Kunstobjekt" angeboten wird.

Erlebnispark Kunst in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Mit Geld kann man sich fast alles kaufen. Das kennen Sie von Roman Abramovich, der sich mal eben den englischen Spitzenclub Chelsea gegönnt und mit einigen nicht unbekannten Kickern aufgepeppt hat. Oder von Gazprom, die für den Transfer unseres Ex-Kanzlers tief in die Tasche gegriffen haben. Und auch die Scheichs klimpern regelmäßig mir ihrem Kleingeld. Nach Bahrein will nun nun auch Dubai Austragungsort von Formel 1-Rennen werden. Aber nicht nur das. Die Emirate haben wesentlich mehr vor.


Skyline Abu Dhabi
 Skyline Abu Dhabi












Bis zum Jahr 2012 soll in dem Wüstenstaat auf einer Insel vor Abu Dhabi der größte Museumskomplex der Welt entstehen. Wäre nicht weiter verwunderlich, wenn die Öl-Barone dabei die eigene Kunst und Geschichte würdigen wollten. Tatsächlich aber soll das Museum eine Zweigstelle des Pariser Louvre werden (und auch diesen Namen tragen) und sich zudem großzügig aus dem Guggenheim in New York bedienen. Aufbauhilfe Nah-Ost? Fehlanzeige. Für die rund 500 Dauerleihgaben aus dem Louvre zahlen die Wüstenmillionäre kräftig. 500 Millionen Euro sind bereits vom Golf an die Seine geflossen. Des kulturellen Austausches wegen.

Stellen sich natürlich viele Fragen. Zum Beispiel, welche Gemälde denn für den neuen "Erlebnispark Kunst" ausgewählt werden sollen. Alte Meister mit biblischen Motiven? Gauguins halbnackte Südseeschönheiten? Kaum vorstellbar in den Emiraten, die alles dafür tun werden, die islamische Bevölkerung nicht mit "westlichen Provokationen" zu brüskieren.

Und auch die beiden Förderer lassen Federn. Für das Guggenheim mit seinem "Mc Art"-Image ist der Renommee-Verlust eher gering. Bei den Franzosen macht sich dagegen Empörung breit. Der Vorwurf, der Louvre würde einen Teil seiner Seele verkaufen, klingt zwar ein bisschen theatralisch, aber der Grundgedanke lässt sich nachvollziehen. Die Franzosen sammeln derzeit eifrig Unterschriften gegen das Projekt.

Und was die Emirate anbelangt: Die können sich das teuerste, schickste und größte Museum der Welt leisten. Aber eine kulturelle Historie, die es mit Paris oder New York aufnimmt, können auch die Scheichs nicht kaufen. Ganz gleich, wer oder was im Museum der Superlative ausgestellt wird, Authentizität wird man immer vermissen.



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