|
Home
Tipp des Monats
Flop des Monats
>
August
>
Juli
>
Juni
>
Mai
>
April
>
März
>
Februar
>
Januar
>
Flops 2006
Archiv
Nützliche Links
Über mich
Impressum
|
|
Flop des Monats - April 2007
Über Kunst kann man sicherlich streiten. Nicht
aber über Geschmacksverirrungen. Oder doch? Freuen Sie sich hier regelmäßig
über Kitsch, skurrilen Mist, dreiste Kopien und sonstigen Kram, der
irrtümlich als "Kunstobjekt" angeboten wird.

Erlebnispark Kunst in den Vereinigten
Arabischen Emiraten
Mit Geld kann man sich fast alles kaufen.
Das kennen Sie von Roman Abramovich, der sich mal eben den englischen
Spitzenclub Chelsea gegönnt und mit einigen nicht unbekannten Kickern
aufgepeppt hat. Oder von Gazprom, die für den Transfer unseres Ex-Kanzlers
tief in die Tasche gegriffen haben. Und auch die Scheichs klimpern
regelmäßig mir ihrem Kleingeld. Nach Bahrein will nun nun auch Dubai
Austragungsort von Formel 1-Rennen werden. Aber nicht nur das. Die Emirate
haben wesentlich mehr vor.
◄
Skyline Abu Dhabi
Bis zum Jahr 2012 soll in dem Wüstenstaat auf einer Insel vor Abu Dhabi
der größte Museumskomplex der Welt entstehen. Wäre nicht weiter
verwunderlich, wenn die Öl-Barone dabei die eigene Kunst und Geschichte
würdigen wollten. Tatsächlich aber soll das Museum eine Zweigstelle des
Pariser Louvre werden (und auch diesen Namen tragen) und sich zudem
großzügig aus dem Guggenheim in New York bedienen. Aufbauhilfe Nah-Ost?
Fehlanzeige. Für die rund 500 Dauerleihgaben aus dem Louvre zahlen die
Wüstenmillionäre kräftig. 500 Millionen Euro sind bereits vom Golf an die
Seine geflossen. Des kulturellen Austausches wegen.
Stellen sich natürlich viele Fragen. Zum Beispiel, welche Gemälde denn für
den neuen "Erlebnispark Kunst" ausgewählt werden sollen. Alte Meister mit
biblischen Motiven? Gauguins halbnackte Südseeschönheiten? Kaum
vorstellbar in den Emiraten, die alles dafür tun werden, die islamische
Bevölkerung nicht mit "westlichen Provokationen" zu brüskieren.
Und auch die beiden Förderer lassen Federn. Für das Guggenheim mit seinem
"Mc Art"-Image ist der Renommee-Verlust eher gering. Bei den Franzosen
macht sich dagegen Empörung breit. Der Vorwurf, der Louvre würde einen
Teil seiner Seele verkaufen, klingt zwar ein bisschen theatralisch, aber
der Grundgedanke lässt sich nachvollziehen. Die Franzosen sammeln derzeit
eifrig Unterschriften gegen das Projekt.
Und was die Emirate anbelangt: Die können
sich das teuerste, schickste und größte Museum der Welt leisten. Aber eine
kulturelle Historie, die es mit Paris oder New York aufnimmt, können auch
die Scheichs nicht kaufen. Ganz gleich, wer oder was im Museum der
Superlative ausgestellt wird, Authentizität wird man immer vermissen.

August
Juli
Juni
Mai
April
März
Februar
Januar
Flops 2006
|
Stichworte |