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Archiv - Oktober 2006
Hier lesen Sie alle Einträge vom Oktober...
30. Oktober 2006
25. Oktober 2006
Auf den ersten Blick wandelt Erhard Stöbe mit seiner figurativen Malerei zeitweise auf dem schmalen Grat zwischen süßlichem Kitsch und schwer verdaulicher Mythologie. Wer sich jedoch auf die Motive des Österreichers einlässt, entdeckt nicht nur feinen Humor in den Motiven, sondern auch eine überraschende Vielfalt an Stilen und Ausdrucksmitteln. Deswegen stelle ich ihn im Tipp des Monats November vor.
23. Oktober 2006
Na ja, zumindest für ein Wochenende konnte München zwischen dem ganzen Bode-Museum Hype in Berlin und der Quadriennale in Düsseldorf ebenfalls ein paar Akzente setzen und die Seiten im Feuilleton füllen. Da war zum einen die Lange Nacht der Museen am vergangenen Samstag und die 51. Münchner Kunstmesse, die am Freitag eröffnet hat.
Der Reihe nach: Die
Lange Nacht der Museen fand nunmehr zum achten Mal statt. Von der
Hysterie der Anfangsjahre war nichts mehr spürbar. Keine Kilometer langen
Schlangen vor den Pinakotheken, keine übervollen Busse, die die über 90
Museen, Galerien und Kulturstätten turnusmäßig ansteuer(te)n. Gut so.
19. Oktober 2006
17. Oktober 2006
Ist das "verlockend günstige Angebot" echt
oder eine Fälschung? Eine der wenigen Fragen, die den kleinen
ebay-Kunstkäufer mit den Groß-Investoren wie
Allen oder
Walter verbindet. Immerhin schätzen Experten, dass etwa jedes 6te (!)
Bild auf dem Markt nicht vom angegebenen Künstler stammt. Klarheit soll
künftig eine Software bringen, die an einer
niederländischen Universität entwickelt wurde.
Die Vorgehensweise: Das Programm "Authentic" analysiert nicht nur den Pinsel-Duktus, sondern auch Farbgebung, die Farbzusammensetzung und den Leinwandtyp. Die Ergebnisse sind erstaunlich gut - allerdings nur bei Van Gogh-Gemälden. Denn auf diesen Meister haben sich die Entwickler konzentriert und das Programm mit den Daten von fast 200 Van Gogh-Werken aller Schaffensperioden gefüttert.
Meines Erachtens ein netter Modell-Versuch, nicht mehr. Für die Echtheitsbestimmung alter Gemälde ist ohnehin eine Labor-Untersuchung der Materialien unerlässlich. Ein Großteil der Altmeister-Fälschungen fällt schon nach der Bestimmung der Holzsorte und der Berechnung des Falldatums für den betreffenden Baum auf. Weitaus schwieriger wird die Sache, wenn die Fälschung aus der gleichen Werkstatt stammt - oder sogar vom Künstler beauftragt wurde (wie auch bei Rembrandt). Kein seltener Fall in der Renaissance oder im Barock. Hier könnte ein Programm mit einer entsprechend guten Datenbank tatsächlich verlässliche Resultate liefern. Allerdings ist jede Software nur so gut, wie der Experte, der sie mit den relevanten Informationen versorgt.
Für den Sammler von von Dalí-Holzschnitten,
Miró-Grafiken oder Picasso-Lithos wäre ein solches Programm ohnehin weder
gedacht noch geeignet. Grafiken weisen weniger eindeutige
Merkmale auf, die klare Rückschlüsse auf die Herstellung des Objektes
zulassen (vom Papier mal abgesehen). So weit die schlechte Nachricht.
11. Oktober 2006
Übrigens: Vorsicht beim Online-Bilderkauf im Ausland. Einige (deutsche!) Anbieter verzocken Kunst lieber aus den USA, um sich den konsumentenfreundlichen, deutschen Gesetzen zu entziehen. Das ist eine Schweinerei, und da sollte man sich jede Kaufabsicht 3mal überlegen.
9. Oktober 2006
...wollte ich eigentlich mal, als ich mich
entschlossen habe, heute die
Auktion der Depot-Werke im
Haus der Kunst aufzumischen. War aber nicht so, zumindest was die
"großen Hunde" anbelangt. Denn die hatten schon am Montag Abend ihr
Stelldichein (und danach die Schnauze voll), als Richter, Dix, Picasso,
Miro und Schmidt-Rottluff unter den Hammer kamen. In dem Zusammenhang:
Voll soll es gestern gewesen sein, so voll, dass nicht einmal alle
Investitionswilligen bis in den Auktionssaal drängeln konnten. Die
Ausgabepreise hielten sich aber im Rahmen. Der Richter hat die 600
000-Grenze nicht geknackt. Recht so, ein grauenhaftes Bild.
Solchen Art-Amokläufern habe ich zu verdanken, dass ich den Böttger nicht bekommen habe. (Daher auch meine Verbitterung). Bevor ich überhaupt das Zettelchen mit der "Startnummer" finden konnte, stand der Böttger bereits bei 330 Euro. Nennt mich ruhig einen Zwergpinscher, aber das ist mir zu viel. Außerdem kosten selbst bei Online-Galerien die (sehr schönen) Radierungen selten mehr als 220 Euro. Warum die Leute dort nicht in aller Ruhe aussuchen und letztlich günstiger kaufen, ist auf den ersten Blick nicht ganz klar. Muss wohl irgendwas mit den Hunden zu tun haben.
6. Oktober 2006
Und wieder geht es um die
Auktion der Depot-Werke aus dem
Haus der Kunst in München. Angesichts der vielen großen Namen und der
musealen Stücke sicherlich die derzeit bedeutendste Versteigerung in
Deutschland. Das Ganze findet am kommenden Montag und Dienstag in München
statt. Noch bis Montag Mittag können Sie die "Ausstellung" unverbindlich
besichtigen. Das lohnt sich auf jeden Fall.
Bieten können Sie aber auch online und zwar sofort! Die Gesellschaft der Freunde Haus der Kunst hat dafür einen Online-Katalog mit allen, weit über Tausende Exponaten veröffentlicht, darunter allein mehr als 400 Grafiken zu fairen Einstiegspreisen. Überhaupt sind die Schätz-Preise recht moderat. Beispiel: Eine Zeichnung von Franz Radziwill wird auf 1000 Euro taxiert.
6. Oktober 2006
Mit großen Namen lässt sich prima Eindruck schinden. Gerade bei ebay. Probiert hat es ein Verkäufer aus Berlin mit einem Bild, das angeblich Norbert Bisky gemalt hat. Allerdings fehlt eine Signatur, es gibt keine Quittungen oder sonstige Zeugnisse einer einwandfreien Provenienz. Die lapidare Beschreibung dazu lautete sinngemäß. "Frühwerk von Bisky, von einem Bekannten erworben". Hätte auf den ersten Blick sein können, stilistisch gibt es wegen der gleißenden Farben und des Kindermotivs ein paar Ähnlichkeiten.
Nun muss man dazu sagen, dass Bisky derzeit zu den am teuersten gehandelten deutschen Malern zählt. Kein Wunder also, dass die Gebote "ratzfatz" nach oben gegangen sind. Um so überraschender, dass die Auktion nach nur knapp 2 Tagen gestoppt wurde. Jetzt ist das Bild wieder in der Auktionsliste, dieses Mal allerdings ohne den Namen "Bisky" in der Beschreibung. Klassisch vergaloppiert.
Zur Ehrenrettung des Anbieters sei aber darauf verwiesen, dass er keinen Hehl aus der faschen Etikettierung macht. Er hat zugegeben, dass er einen Hinweis von Biskys Büro (!) bekommen habe, es handele sich eben nicht um ein Original aus Meisterhand. Schade. Auch für den Verkäufer. Die Schar der vielen Interessenten hat sich seitdem aus dem Staub gemacht. Das Gemälde steht bei "0" Euro und "0" Geboten.
4. Oktober 2006
Mit Stuckismus hatte ich anfangs meine Probleme. Mein erster Gedanke: Noch ein "ismus", der mit einem schweren, intellektuellen Überbau ein Alleinstellungsmerkmal in der aktuellen Kunstlandschaft beansprucht. Genau das Gegenteil ist der Fall: Kunst als verständliches Ausdrucksmittel, nicht als distinktives Kriterium, das die blöde Masse von der Kunstexperten-Elite trennt.
Stuckisten malen gegenständlich, aber
keineswegs gefällig und immer leicht verdaulich. Mittlerweile zählen sich
tausende von Malern (und anderen Künstlern) weltweit zu der Bewegung.
Entsprechend vielfältig sind die Stile und Ausdrucksmittel. Nicht alle
können mich überzeugen. Peter Klint schon. Vor allem mit seinen Motiven
der letzten Jahre. Ihm widme ich den
Tipp des Monats Oktober
(was aber nichts daran ändert, dass ich den Begriff "Stuckismus" immer
noch blöde finde).
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