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Archiv - November 2006

Hier lesen Sie alle Einträge vom November...
 

28. November 2006
Comeback des Kunstrevolutionärs

Der 5-Millionen-Mann will es nun wissen und hat bei ebay nachgelegt. Nachdem seine "einzigartige" J.Lo unlängst bei "0" Geboten ausgelaufen ist, steht sie nun wieder drin - wieder für 5 Millionen Euro, dieses Mal aber mit einem etwas längeren Begleittext.

Dort heißt es: "Selbstverständlich werden Ihre Daten mit absoluter Diskretion und Vertraulichkeit behandelt, und nur mit Ihrem ausdrücklichen Einverständnis, bzw. auf Ihren Wunsch hin an Dritte ( z. B. Presse ) weitergegeben!!!"

Außerdem hat er die Anzahl die Bilder erhöht. Mit dabei ist nun ein Screenshot der Klickzahlen von seinem letzten Auktionsversuch mit diesem Werk: 1757 Besucher! Ärgerlich, dass ich mit Beiträgen wie diesem hier die Zahl seiner Visits kontinuierlich nach oben treibe, aber an dem Millionenerlös nicht beteiligt werde. Kann er sich aber wohl auch gar nicht leisten. Denn er braucht wesentlich mehr Geld (Opfer der Schuldenfalle? Ärger mit der Mafia?). Brandneu ist ein Gemälde seiner Tochter, wiederum die "Neugeburt der bla bla..." (Sie wissen schon) zum Startpreis von 3 700 000 Millionen Euro.
 

Michael Schumacher aus Marmor - 99000 Euro bei ebay  Schumi - vom Crash gezeichnet (99 000 Euro bei ebay)

 

 

Auch der Helmut-Kohl-Fan erlebt sein Comeback und hat seine Marmorskulptur vom Dicken wieder eingestellt. Zum gleichen Preis. Und er hat noch einen Schumacher in petto. Der klemmt in einem (vom Unfall?) halbierten Ferrari aus Marmor. Ein (abgerissener?) Arm winkt jovial aus dem Cockpit. Ein Werk mit Symbolcharakter. 99 000 Euro kostet der Schumi-Bolide (mindestens). Noch vor Weihnachten soll die nächste Marmorfigur: "Christian Ströbele entschläft auf einem Hocker bei Sabine Christiansen" die Kunstszene bei ebay aufmischen. Ich berichte dann live.



Getoppt werden die beiden nur von einem Stuttgarter, der dieser Tage seine Sammlung an Spleißgeräten (kein Witz!) verkleinert und bei ebay (in der Sektion Kunst) ein "Lichtwellenleiter-Fusions-Spleißgerät, Baujahr 1980" anbietet. Auch für Galeristen aufgrund der "Ausstellungs"-Zugaben nicht uninteressant: "Lichtwellenleiter-Preform (...) hergestellt im Innenbeschichtungsverfahren MC und je 2 Spulen Lichtwellenleiter in der Ausführung Singlemode E9/125/250 und Multimode G50/125/250 und G62,5/125/250." Einstiegsgebot: 36 000 Euro. Sollte der Verkäufer aber zumindest geringfügig bemalen und signieren. Dann steigen die Chancen. Ein gewisser Marcel Duchamp hat es auf ähnliche Weise zu Weltruhm gebracht (wenn auch nicht über ebay).


24. November 2006
Drum prüfe, wer ein Bildchen findet...

Wer die ganze Diskussion der vergangenen Tage um Restitutionsansprüche und die daraus resultierende Panik der deutschen Museumskuratoren mit etwas Schadenfreude verfolgt hat, kapiert die Kernbotschaft nicht. Die Rückgabe der Klimt- und Kirchner-Bilder an die Erben der Nazi-Opfer könnte nur der Anfang einer Prozess-Welle sein, die über öffentliche Sammlungen in Deutschland hereinbricht. Aktuell stehen ein Gemälde von Franz Marc (Stuttgart) und ein Bild von Lyonel Feininger (Berlin) zur Disposition.

Daraus zu schließen, nur Museen müssten ihre Bestände überprüfen, ist kurzsichtig. Auch Privatsammler müssen im Zweifelsfall "Beutekunst" rausrücken, selbst wenn von einer früheren Enteignung beim Kauf der Bilder nichts bekannt war.

Solche Probleme können sich selbst Hobby-Sammler einhandeln, wenn sie bei ebay oder einer "ordentlichen" Kunst-Auktion eine Chagall-Grafik, einen Kerzenständer aus dem 16. Jahrhundert oder eine antike Vase erstehen. Wenn das Objekt geklaut oder illegal verschifft wurde, muss der neue Eigentümer das Ding abgeben!
 

Chagall-Gemälde - von Art Loss aufgetrieben und nun wieder im jüdischen Museum in NY  Chagall-Gemälde - von Art Loss aufgetrieben und nun wieder im
      Jüdischen Museum in New York






 

"Jagd" auf gestohlene Kunstwerke macht das internationale Art Loss Register mit einem deutschen Sitz in Köln. Dessen Datenbank zu Beutekunst umfasst 160 000 gestohlene Kunstwerke und Antiquitäten. Wird eines der registrierten Objekte bei ebay, in Auktionskatalogen oder öffentlichen Sammlungen entdeckt, kommt im ersten Schritt ein Vermittler ins Spiel, bei nachgewiesener Hehlerware auch gleich die Polizei.

Der Art Loss-Service wird bislang vor allem von Sammlern genutzt, die beklaut wurden (sofern ihnen die Anzeige des Diebstahls nicht zu peinlich ist). Eingang in die Datenbank finden Objekte mit einem Wert von mindestens 1000 Euro. Der ehemalige Besitzer sollte die Sachen auf jeden Fall vorher fotografiert und die wichtigsten Daten zum Kunstwerk schriftlich erfasst haben - ansonsten verspricht die Recherche keinen Erfolg.

Allerdings ist Art Loss auch für potenzielle Käufer interessant, die bislang weder ein teures Bild besitzen, noch jemals beklaut wurden. Denn mit einer schriftlichen Anfrage, ob das begehrte "ebay-Schnäppchen" nicht vielleicht in der Datenbank ganz oben steht, ist der Kunst-Interessent nach dem Kauf wesentlich besser gegen mögliche Herausgabe-Ansprüche gewappnet. Der Service kostet für Privatpersonen rund 80 Euro.


20. November 2006
Wenn Lichtenstein Britney Spears gemalt hätte

Der 5-Millionen-Mann (s.u.) ist nicht der einzige, der die Motive seiner künstlerischen Ergüsse aus der Promi-Welt holt. Deutlich erfolgreicher (und mit Verlaub auch etwas talentierter) widmet sich die amerikanische Malerin Fourteen der Glamour-Welt und verewigt Pop-Stars, Schauspieler und Sternchen der Mode-Szene in Öl.
 

Britney Spears als Lichtenstein-Motiv  Britney Spears als Lichtenstein-Motiv

 

Und da sie für die Portraits nicht selten den Stil großer Vorbilder imitiert, sind die Bilder witzig und originell. Britney Spears als Lichtenstein-Motiv ist sicherlich das Highlight. Aber auch Beckham als Homolette und Angelina Jolie als Dalí-Kopf sind einen Klick wert.

Neben den stilistische Zitaten der großen Meister stehen Cover-Illustrationen im Mittelpunkt - etwa für US-Magazine. Einige davon lassen sich als Poster kaufen.



17. November 2006
"Neugeburt der modernen, zeitgenössischen Kunst"

Dass die "Neugeburt der modernen, zeitgenössischen Kunst" pausenlos stattfindet, wissen Sie, wenn Sie hin wieder die Berichte von internationalen Kunstmessen im Feuilleton nachlesen. Aber jetzt proklamiert auch ein Hobby-Maler und ebay-Verkäufer den epochalen Neubeginn für sich - mit einem Portrait von Jennifer Lopez, das etwa so viel künstlerische Ausdruckskraft besitzt wie die Wetterkarte der Tagesschau. 5 000 000 Euro will der Anbieter dafür. (Ja, die Zahl der Nullen stimmt...)

 

5.000.000 Millionen Euro für das Jennifer Lopez-Bild eines Unbekannten  Geburtsstunde einer neuen Ära?
       Jennifer Lopez-Portrait bei ebay für 5 Mio Euro!
 

 


Aus dem Originaltext:

"Dieses außergewöhnliche Unikat entstand 2006 in Inspiration an die erotische Pop-Latino-Queen Jennifer Lopez. Das Gemälde der erfolgreichen Sängerin habe ich über mehrere Tage teilweise in eine massive Fichtenholzplatte geschnitzt und gefräst. Danach verlieh ich ihr mit Ölfarben höchster Qualität Ausdruck und eine Art eigenes Leben. Mit echten gepressten Blättern und Blüten vervollkommnte ich schließlich mein Werk. (...)
(...) während die meisten Dinge im Lauf der Zeit an Wert verlieren, steigt der Wert eines Gemäldes üblicherweise im Laufe der Jahre. Zum Vergleich: Das Ölgemälde " Number 5, 1948 " von dem Künstler Jackson Pollock war seinem neuen Besitzer 140.000.000 $ bzw. 109.600.000 Euro wert. Dieses Werk ist eine Neugeburt der modernen, zeitgenössischen Kunst! Was ist Ihnen mein absolut einzigartiges, individuelles Kunstwerk wert?"

 

OK, fällt unter die Rubrik "Ich will auch mal ganz oben stehen", vielleicht geht es ihm auch nur um die Klickzahlen. Aber selbst die sind dürftig. Bislang nur 31 Besucher. Und ein Multimillionär in Zockerlaune war anscheinend noch nicht darunter....

Der wird aber gerade jetzt schmerzlich vermisst. Denn mehrere Verkäufer wollen im Sektor Kunst bei ebay große Kasse machen. Beispielsweise können Sie für 200 000 Euro den abgelaufenen Diplomatenpass von Johannes Paul II erstehen. Was diese Auktion mit Kunst zu tun hat? Keine Ahnung. Im Angebot wäre auch eine Skulptur von Niki de St. Phalle für schlappe 16 5000 Euro Einstiegsgebot. Klasse fotografiert übrigens. Dass die Plastik gerade mal 26,5 cm hoch ist, sieht man nicht einmal auf den zweiten Blick.

Apropos: Niki de St. Phalle. Ich hatte letzte Woche die Gelegenheit, mehrere Arbeiten von ihr im Musée d'Art Moderne et d'Art Contemporain in Nizza zu sehen. Der Funke ist auch bei den großen Skulpturen nicht übergesprungen. Besser fand ich da schon die Holzfiguren, die einige Afrikaner am Strand vertickern. Alle aus einem Stück handgeschnitzt. Da habe ich auch gleich eine schicke Giraffe für 20 Euro gekauft. Typ: Alte Stammeskunst, Meisterklasse, Unikat. (Wer hätte da nicht zugeschlagen?)
 

Holzgiraffe aus Afrika  Holzgiraffe - afrikanische Schnitzkunst

 





Hätte mein Einstieg werden können in die Welt der Skulpturen und die Welt der afrikanischen Kunst (was diesen Blog sicherlich bereichert hätte). Aber ich habe die Giraffe nach einigen intensiven Studien der französischen Gastronomie irgendwo beim "Pullern" stehen lassen und natürlich später nicht mehr gefunden. Zu allem Überfluss habe ich beim ebay-Surfen exakt diese blöde Giraffe wieder entdeckt. Allerdings günstiger, doppelt so groß und aus Heilbronn...


15. November 2006
Das Zitat des Monats


"Lange war es ein großes Gemälde aus Bali mit
historischen indonesischen Themen, jetzt ist es
eine riesige Vergrößerung des Penis meines Liebhabers."


Regisseur Rosa von Praunheim im Zeit-Interview vom 9. November auf die Frage, was für ein Bild über seinem Sofa hängt.


14. November 2006
Der  "Dicke" für die Ewigkeit

Marmorskulptur Helmut KohlWir sollten froh sein, dass er in den Ruhestand verschwunden ist: der dicke Oggersheimer mit dem charmanten Pfälzer Slang. Wenn Sie anderer Meinung sind, können Sie ihn derzeit bei ebay ersteigern: als zwei Tonnen schweren Koloss aus Marmor. Maße: 120 x 80 x 230cm - also fast naturgetreu. Ließe sich prima als Gartenmöbel nutzen...


 Helmut Kohl bei ebay
 

Die gute Nachricht: Die Lieferung ist "frei Haus". Die schlechte: 125 000 Euro will der Anbieter dafür. Das Interesse ist bislang bescheiden - aber noch läuft die Auktion ja bis zum 15.11.2006. Tipp: Zuschlagen, bevor die Mehrwertsteuererhöhung greift!

10. November 2006
Die Auktion der Superlative...

...war es auf jeden Fall für Christie's. Etwa 490 Millionen Dollar hat das amerikanische Auktionshaus am Mittwoch umgesetzt. Ein Rekordergebnis für die Ewigkeit. Den größten Teil davon brachte Klimts "Adele Bloch Bauer II" ein, für das ein Amerikaner 75 Millionen Dollar bot.


"Neue Galerie" von Ron Lauder in New York
 Blick in die Neue Galerie von Ron Lauder in New York
      mit Klimt-Gemälde im Hintergrund.





Der Kirchner ging für rund 30 Millionen Euro an den amerikanischen Millionär Ron Lauder, Sohn der Kosmetik-Königin Estee Lauder. Der will das Bild nun in seiner Galerie in New York ausstellen. Pikant an der Sache: Gerade Lauder hat sich in den letzten Jahren für die Rückgabe zwangsenteigneter Kunstwerke stark gemacht und die so genannte "Washingtoner Konferenz" vorangetrieben. Die stellt seit 1998 Regeln für die Rückgabe von Nazi-Beutekunst an die Erben auf.

Lauder selbst ist leidenschaftlicher Sammler - er war auch der Käufer der "Goldenen Adele", Sie erinnern sich bestimmt. In seiner "Neue Galerie" in New York hängen knapp 170 Spitzen-Werke deutscher und österreichischer Kunst, darunter viele Bilder von Klimt und Schiele.

Bleibt der Verdacht, dass Lauder sein Engagement für die SS-Opfer mit seinen ganz privaten Interessen verknüpft. Denn nur so habe Lauder die Chance, großartige Werke zu kaufen, die normalerweise niemals auf den Kunstmarkt gekommen wären, bemerkt dazu der Spiegel.


8. November 2006
Klimt und Kirchner unter dem Hammer

Große Namen, "kleine Preise": Wie Spiegel Online heute meldet, werden die Exponate der gerade abgelaufenen Rembrandt-Ausstellung in Berlin günstiger verkauft, weil sich bislang keine Käufer für die "ollen Bilder" gefunden haben.

O-Ton: "(...) bieten die SMB (Staatliche Museen Berlin) nun einen Großteil der Schinken zu erheblich reduzierten Preisen an: Zeichnungen ab 150, Druckgrafiken ab 300 und Ölgemälde ab 1500 Euro".

Es gibt eine E-Mail-Adresse, unter der Sie sich für den Kauf der Bilder anmelden können. Und es gibt sehr gute Gründe, vor dem gierigen Klick auf den Link auf die Rubrikenzeile zu achten...

Teurer (und ernster) geht es heute Abend bei Christie's in New York zu. Meisterwerke mehrerer bedeutender Größen des letzten und vorletzten Jahrhunderts werden versteigert.
 

Gustav Klimt - Häuser in Unterach am Attersee  Wird bei Christie's versteigert:
      Gustav Klimt - Häuser in Unterach am Attersee

 


Für viel Zoff sorgte die Einlieferung des Kirchner-Bildes "Straßenszene Berlin". Der Berliner Senat, so sagen die Kritiker, sei in dem Restitutionsstreit mit den Erben des jüdischen Unternehmers Alfred Hess zu schnell eingeknickt. Eine rechtliche Grundlage für die Herausgabe des vielleicht bedeutendsten Kirchner-Werkes sei nicht vorhanden, zumal der Unternehmer seinerzeit das Bild verkauft und einen angemessenen Preis dafür erhalten habe.


Der Knackpunkt: Eben dieser Verkauf lässt sich heute nicht mehr zweifelsfrei nachweisen. Ist eh vorbei. Das Bild kommt heute unter den Hammer und hängt vielleicht nächste Woche in der Luxus-Yacht eines Ölscheichs.

Mit dabei sind auch bedeutende und weltbekannte Gemälde von Gustav Klimt, die ebenfalls aufgrund von Restitutionsansprüchen von Wien (Belvedere) nach New York geschafft wurden. Auch hier bleibt ein fader Beigeschmack, denn zumindest ein Bild hätte man dem Museum sicherlich zu einem angemessenen Preis verkaufen können. Sei's drum.

Insgesamt will Christie's heute zwischen 340 und 490 Millionen US-Dollar umsetzen. Ein Wert, der auch den deutschen Museums-Kuratoren den Angstschweiß auf die Stirn treiben wird. Denn mit dieser Versteigerung wird das Thema Restitutionsansprüche Schule machen. Und das könnte für zahlreiche deutsche Museen unangenehm werden. Nur die Hamburger Kunsthalle leistet sich bislang eine Restitutionsforscherin, die beim Erwerb der Objekte auch mögliche Enteignungen durch die Nazis hinterfragt.


6. November 2006
Leihen statt kaufen

Super-Sammler Saatchi hat zu viele Bilder. Dauerhaft trennen will er sich aber nicht von seinen Trophäen der Moderne und der zeitgenössischen Malerei. Er vermietet sie. Allerdings nur im 5er Pack. Die Jahresgebühr startet bei 7000 Britischen Pfund. 

Sie müssen sich aber nicht verschulden, um mit einem Gemälde in der Größe einer Schultafel bei Ihrer nächsten Party einen auf "dicke Hose" zu machen. Schon mit 2,60 Euro sind Sie dabei - und haben fast freie Auswahl bei Stilrichtung, Technik und Motiv.

 

Artothek in München  Artothek in München
 

Die Rede ist von der Artothek - eine Art Bibliothek, nur eben für Bilder. Artotheken gibt es in zahlreichen deutschen Großstädten. Mit mehr als 1500 Exponaten hat München wohl die umfangreichste Sammlung. Angekauft werden Werke meist aufstrebender Künstler aus der Region.


Die Mischung reicht von figürlicher Malerei bis zu tachistischem Geschmiere. Zahlreiche  Fotoarbeiten und Objektkunst komplettieren das Angebot. Die Galeristen der Artothek vermitteln auf Wunsch den Kontakt zum Künstler (wobei die Werke der Artothek selber nicht zum Verkauf stehen).
Aber um "abkaufen" geht es hier auch gar nicht. Eher um interessante, stilistische Experimente im Wohnzimmer. Und um Einblicke in die Kunstszene vor der eigenen Haustür. Artotheken veranstalten regelmäßig Vernissagen mit neuen Namen. Vorteil für den Besucher: Das ganze läuft garantiert ohne Laudatio im XXL-Format ab, und da keine Punkte geklebt werden, sind auch Interessenten mit durchschnittlichem Einkommen erwünscht. Gerade die.


3. November 2006
Höchstpreis für ein Pollock-Gemälde?

Haben Sie es auch gelesen? Gerüchteweise ist die "Goldene Adele" von Klimt nicht mehr das teuerste Gemälde aller Zeiten. Yahoo meldet, dass ein Amerikaner für Jackson Pollocks "No. 5, 1948" jüngst rund 140 Millionen US-Dollar ausgegeben habe. Das wären schlappe 5 Millionen mehr, als das (deutlich schönere) Klimt-Bild eingebracht hat.
 

Jackson Pollock  - No 5, 1948  Wertvolles Gekritzel: "No 5" von Jackson Pollock
 


Apropos Rekorde: Ein weiterer wird am 8. November eingestellt. Dann nämlich versteigert Christie's in New York Kirchners berühmte "Berliner Straßenszene".


Experten erwarten rund 25 Millionen - der Höchstpreis, der je für ein Kirchner-Bild bezahlt wurde. Und hoffentlich kommt dieses Gebot aus Deutschland. Denn nur dann kehrt das Bild dahin zurück, wo es hingehört (und die längste Zeit an der Wand hing): ins Brücke-Museum nach Berlin


1. November 2006
ART Cologne startet!

Art Cologne - 1.11.2006 - 5.11.2006Heute öffnet die Art Cologne zum nunmehr 40. Mal - die noch immer wichtigste Kunstmesse Deutschlands, trotz der wachsenden Konkurrenz aus Düsseldorf, Frankfurt und Berlin. Schwerpunkt ist einmal mehr die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts.


Im Gegensatz zur biederen Münchner Kunstmesse betonen die Veranstalter auch den Event-Charakter und prämieren unter dem Motto "New Talents" junge Künstler mit Perspektive.
Interessant für Sammler ist die Aktion "Hidden Treasures". Hier werden fünf Künstler vorgestellt, deren Marktwert noch keine astronomischen Dimensionen erreicht hat. O-Ton: "Also gute Kunst zu einem relativ kleinen Preis."

So etwas kann man von Damien Hirst schon lange nicht mehr behaupten. Der Brite provoziert und polarisiert mit toten Tieren. Konzept-Kunst? Mag sein. Auf jeden Fall (zu) teuer. Und nun auch mit Mängeln. Nicht ohne Schadenfreude widme ich ihm dieses Mal den Flop des Monats.
 

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