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Archiv - November 2006
Hier lesen Sie alle Einträge vom November...
28. November 2006
Der
5-Millionen-Mann will es nun wissen und hat bei ebay nachgelegt.
Nachdem seine "einzigartige"
J.Lo
unlängst bei "0" Geboten ausgelaufen ist, steht sie nun wieder drin -
wieder für 5 Millionen Euro, dieses Mal aber mit einem etwas längeren
Begleittext.
Auch der Helmut-Kohl-Fan erlebt sein Comeback und hat seine Marmorskulptur vom Dicken wieder eingestellt. Zum gleichen Preis. Und er hat noch einen Schumacher in petto. Der klemmt in einem (vom Unfall?) halbierten Ferrari aus Marmor. Ein (abgerissener?) Arm winkt jovial aus dem Cockpit. Ein Werk mit Symbolcharakter. 99 000 Euro kostet der Schumi-Bolide (mindestens). Noch vor Weihnachten soll die nächste Marmorfigur: "Christian Ströbele entschläft auf einem Hocker bei Sabine Christiansen" die Kunstszene bei ebay aufmischen. Ich berichte dann live.
24. November 2006
Wer die ganze Diskussion der vergangenen Tage um Restitutionsansprüche und die daraus resultierende Panik der deutschen Museumskuratoren mit etwas Schadenfreude verfolgt hat, kapiert die Kernbotschaft nicht. Die Rückgabe der Klimt- und Kirchner-Bilder an die Erben der Nazi-Opfer könnte nur der Anfang einer Prozess-Welle sein, die über öffentliche Sammlungen in Deutschland hereinbricht. Aktuell stehen ein Gemälde von Franz Marc (Stuttgart) und ein Bild von Lyonel Feininger (Berlin) zur Disposition. Daraus zu schließen, nur Museen müssten ihre Bestände überprüfen, ist kurzsichtig. Auch Privatsammler müssen im Zweifelsfall "Beutekunst" rausrücken, selbst wenn von einer früheren Enteignung beim Kauf der Bilder nichts bekannt war.
Solche Probleme können sich selbst
Hobby-Sammler einhandeln, wenn sie bei ebay oder einer "ordentlichen"
Kunst-Auktion eine Chagall-Grafik, einen Kerzenständer aus dem 16.
Jahrhundert oder eine antike Vase erstehen. Wenn das Objekt geklaut oder
illegal verschifft wurde, muss der neue Eigentümer das Ding abgeben!
"Jagd" auf gestohlene Kunstwerke macht das internationale Art Loss Register mit einem deutschen Sitz in Köln. Dessen Datenbank zu Beutekunst umfasst 160 000 gestohlene Kunstwerke und Antiquitäten. Wird eines der registrierten Objekte bei ebay, in Auktionskatalogen oder öffentlichen Sammlungen entdeckt, kommt im ersten Schritt ein Vermittler ins Spiel, bei nachgewiesener Hehlerware auch gleich die Polizei.
Der Art Loss-Service wird bislang vor allem
von Sammlern genutzt, die beklaut wurden (sofern ihnen die Anzeige des
Diebstahls nicht zu peinlich ist). Eingang in die Datenbank finden Objekte
mit einem Wert von mindestens 1000 Euro. Der ehemalige Besitzer sollte die
Sachen auf jeden Fall vorher fotografiert und die wichtigsten Daten zum
Kunstwerk schriftlich erfasst haben - ansonsten verspricht die Recherche
keinen Erfolg.
20. November 2006
Der 5-Millionen-Mann (s.u.) ist nicht der
einzige, der die Motive seiner künstlerischen Ergüsse aus der Promi-Welt
holt. Deutlich erfolgreicher (und mit Verlaub auch etwas talentierter)
widmet sich die amerikanische Malerin
Fourteen der Glamour-Welt und verewigt Pop-Stars, Schauspieler und
Sternchen der Mode-Szene in Öl.
Und da sie für die Portraits nicht selten den Stil großer Vorbilder imitiert, sind die Bilder witzig und originell. Britney Spears als Lichtenstein-Motiv ist sicherlich das Highlight. Aber auch Beckham als Homolette und Angelina Jolie als Dalí-Kopf sind einen Klick wert. Neben den stilistische Zitaten der großen Meister stehen Cover-Illustrationen im Mittelpunkt - etwa für US-Magazine. Einige davon lassen sich als Poster kaufen.
17. November 2006
Dass die "Neugeburt der modernen, zeitgenössischen Kunst" pausenlos stattfindet, wissen Sie, wenn Sie hin wieder die Berichte von internationalen Kunstmessen im Feuilleton nachlesen. Aber jetzt proklamiert auch ein Hobby-Maler und ebay-Verkäufer den epochalen Neubeginn für sich - mit einem Portrait von Jennifer Lopez, das etwa so viel künstlerische Ausdruckskraft besitzt wie die Wetterkarte der Tagesschau. 5 000 000 Euro will der Anbieter dafür. (Ja, die Zahl der Nullen stimmt...)
"Dieses außergewöhnliche
Unikat entstand 2006 in Inspiration an die erotische Pop-Latino-Queen
Jennifer Lopez. Das Gemälde der erfolgreichen Sängerin habe ich über
mehrere Tage teilweise in eine massive Fichtenholzplatte geschnitzt und
gefräst. Danach verlieh ich ihr mit Ölfarben höchster Qualität Ausdruck
und eine Art eigenes Leben. Mit echten gepressten Blättern und Blüten
vervollkommnte ich schließlich mein Werk. (...) OK, fällt unter die Rubrik "Ich will auch mal ganz oben stehen", vielleicht geht es ihm auch nur um die Klickzahlen. Aber selbst die sind dürftig. Bislang nur 31 Besucher. Und ein Multimillionär in Zockerlaune war anscheinend noch nicht darunter.... Der wird aber gerade jetzt schmerzlich vermisst. Denn mehrere Verkäufer wollen im Sektor Kunst bei ebay große Kasse machen. Beispielsweise können Sie für 200 000 Euro den abgelaufenen Diplomatenpass von Johannes Paul II erstehen. Was diese Auktion mit Kunst zu tun hat? Keine Ahnung. Im Angebot wäre auch eine Skulptur von Niki de St. Phalle für schlappe 16 5000 Euro Einstiegsgebot. Klasse fotografiert übrigens. Dass die Plastik gerade mal 26,5 cm hoch ist, sieht man nicht einmal auf den zweiten Blick.
Apropos: Niki de St. Phalle. Ich hatte
letzte Woche die Gelegenheit, mehrere Arbeiten von ihr im
Musée d'Art Moderne et d'Art Contemporain in Nizza zu sehen. Der Funke
ist auch bei den großen Skulpturen nicht übergesprungen. Besser fand ich
da schon die Holzfiguren, die einige Afrikaner am Strand vertickern. Alle
aus einem Stück handgeschnitzt. Da habe ich auch gleich eine schicke
Giraffe für 20 Euro gekauft. Typ: Alte Stammeskunst, Meisterklasse, Unikat. (Wer
hätte da nicht zugeschlagen?)
15. November 2006
14. November 2006
Die gute Nachricht: Die Lieferung ist "frei
Haus". Die schlechte: 125 000 Euro will der Anbieter dafür. Das Interesse
ist bislang bescheiden - aber noch läuft die Auktion ja bis zum 15.11.2006.
Tipp: Zuschlagen, bevor die Mehrwertsteuererhöhung greift!
10. November 2006
...war es auf jeden Fall für
Christie's. Etwa 490 Millionen Dollar hat das amerikanische
Auktionshaus am Mittwoch umgesetzt. Ein Rekordergebnis für die Ewigkeit. Den größten Teil davon brachte
Klimts "Adele Bloch Bauer II" ein, für das ein Amerikaner 75 Millionen
Dollar bot.
8. November 2006
Große Namen, "kleine Preise": Wie
Spiegel Online heute meldet, werden die Exponate der gerade
abgelaufenen Rembrandt-Ausstellung in Berlin günstiger verkauft, weil sich
bislang keine Käufer für die "ollen Bilder" gefunden haben.
Mit dabei sind auch bedeutende und weltbekannte Gemälde von Gustav Klimt, die ebenfalls aufgrund von Restitutionsansprüchen von Wien (Belvedere) nach New York geschafft wurden. Auch hier bleibt ein fader Beigeschmack, denn zumindest ein Bild hätte man dem Museum sicherlich zu einem angemessenen Preis verkaufen können. Sei's drum. Insgesamt will Christie's heute zwischen 340 und 490 Millionen US-Dollar umsetzen. Ein Wert, der auch den deutschen Museums-Kuratoren den Angstschweiß auf die Stirn treiben wird. Denn mit dieser Versteigerung wird das Thema Restitutionsansprüche Schule machen. Und das könnte für zahlreiche deutsche Museen unangenehm werden. Nur die Hamburger Kunsthalle leistet sich bislang eine Restitutionsforscherin, die beim Erwerb der Objekte auch mögliche Enteignungen durch die Nazis hinterfragt.
6. November 2006
Super-Sammler
Saatchi hat zu viele Bilder. Dauerhaft trennen will er sich aber nicht
von seinen Trophäen der Moderne und der zeitgenössischen Malerei. Er
vermietet sie. Allerdings nur im 5er Pack. Die Jahresgebühr startet bei
7000 Britischen Pfund.
Die Rede ist von der Artothek - eine Art
Bibliothek, nur eben für Bilder. Artotheken gibt es in zahlreichen deutschen
Großstädten. Mit mehr als 1500 Exponaten hat
München wohl die umfangreichste Sammlung. Angekauft werden Werke meist
aufstrebender Künstler aus der Region.
3. November 2006
Haben Sie es auch gelesen? Gerüchteweise ist die "Goldene
Adele" von Klimt nicht mehr das teuerste Gemälde aller Zeiten.
Yahoo meldet, dass ein Amerikaner für Jackson Pollocks "No. 5, 1948"
jüngst rund 140 Millionen US-Dollar ausgegeben habe. Das wären schlappe 5
Millionen mehr, als das (deutlich schönere) Klimt-Bild eingebracht hat.
1. November 2006
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