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Tipp des Monats - Mai
Was mir gefällt, finden Sie vielleicht grauenhaft. Vielleicht aber auch nicht. Mai: Bildergeschichten von Valentin Rusin
◄ Valentin Rusin - "Träume", Öl auf Leinwand, 110 x 100cm
Den Stempel "Surrealist" akzeptiert er ohnehin nur widerwillig. Kein Künstler lässt sich stilistisch gerne verpacken – und Rusin schon gar nicht. Vorbilder hatte er viele, aber keine davon dauerhaft und umfassend. Derzeit lässt er sich vom Franzosen Balthasar Klossowski de Rola (Balthus) und Mark Rothko inspirieren. Und Zitate der erotischen Balthus-Portraits finden sich im Werk von Rusin zuhauf. Allerdings ohne Anzüglichkeiten. Rusins Mädchen erscheinen weicher, geheimnisvoller, häufig sanft wie bei Amadeo Modigliani. Das ist aber keineswegs zuckersüß. Wer sich auf die Motive einlässt, findet nicht nur in den surrealen Darstellungen versteckte Symbole, die die vordergründigen Aussagen in Frage stellen.
Sein zweites großes Thema ist die
Landschaftsmalerei. Italien und Spanien - das Meer ist ihm wichtig. Und das
Licht. Die in Abendsonne getauchten Häusermotive erinnern mich eher an die
bedrückenden
de
Chirico-Motive als an die Digitalfotos aus meinem letzten
Andalusien-Urlaub. Und das ist sicherlich gut so. Rusin ist dann am
stärksten, wenn er sich von gefälliger Postkartenmalerei weit weg bewegt und
seine bizarren Bildergeschichten erzählt. Das überzeugt, denn handwerklich
macht ihm eh kaum jemand was vor.
Preise: Rusin stellt seit Anfang der
90er in Deutschland und in Italien aus. Er verkauft über seine
Galerie Stricker, über die
Kunst AG im Web und auf Anfrage auch
direkt. Seinen Marktwert kennt er mittlerweile ganz gut. Die Preise
liegen je nach Technik und Größe der Bilder (fast alles Ölgemälde) zwischen
500 und 2500 Euro.
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