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Tipp des Monats - Februar 2006
Was mir gefällt, finden Sie vielleicht grauenhaft. Vielleicht aber auch nicht. Budget-Empfehlung im Februar: Leonore Zimmermann - Frauen-Portraits
OK, man kann der Dame eine fast unerschöpfliche Reihe an Vorwürfen machen (aus strenger Kunstkritikersicht, versteht sich). Zum Beispiel, dass sie sich stilistisch nicht entscheiden kann und derzeit undefinierbar zwischen Sachlichkeit, naiver Malerei und figürlich-abstrakter Kunst pendelt. Dass sie den Drahtseilakt zwischen Kunst und Kitsch nicht immer meistert. Dass sie auch ganz gerne und vor allem recht dreist bei renommierten Künstlern klaut. Dass die von ihr dargestellten Männer scheinbar unter Testosteron-Mangel leiden und dass sie vor allem viel zu viele Katzen auf der Leinwand verewigt. Alles richtig. Richtig ist aber auch, dass ihre Frauen-Akte eine erstaunliche Wirkung erzielen. Dank des großflächigen Malstils und der knalligen Farben werden die lasziven Posen der Nackten nachhaltig betont. Die mit starken Pinselstrichen erzeugte Konturierung lenkt den Blick auf das Wesentliche: Gesichtszüge, Körper und Formen. Die Motive erscheinen sinnlich und kühl und sind allemal ein Blickfang auf jeder großen (weißen) Wand. Preise: Fairerweise muss man sagen, dass das Thema "Zimmermann" aus Sammlersicht wohl ausgelutscht ist. Enorme Wertsteigerungen sind nicht zu erwarten. Obwohl die gebürtige Leipzigerin mit ihren früheren Stillleben und Naturmotiven bei Ars Mundi, vielen Galerien und selbst bei Poster-Shops in den USA (!) gehandelt wird, sucht man ihre Bilder in großen deutschen Museen oder Auktionshäusern vergeblich. Das weiß sie aber auch, deswegen werden die Acrylgemälde (alles Unikate!) bei ebay zwischen 70 und 150 Euro verkauft. Das Angebot wird täglich von der Künstlerin selbst erweitert.
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