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Flop des Monats
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Tipp des Monats - Dezember
Was mir gefällt, finden Sie vielleicht grauenhaft. Vielleicht aber auch nicht. Dezember: Jeanette Geissler - Frontalmalerei
"Schön schräg" seien ihre expressionistischen
Schnappschüsse. Dieses Urteil stammt von Jeanette Geissler selbst und passt
prima. Männer und Frauen im Café, am Strand, in der Kneipe oder beim Tanzen
- Alltagstypen mit Alltagsmacken. Denn oft wirken die
Dargestellten, als habe die Malerin bewusst im falschen Moment, etwas zu
früh oder zu spät, auf den "Auslöser" gedrückt: Ein schielendes Augenpaar,
ein offener Mund, die unvorteilhafte Pose, die den Hüftspeck betont. Es sind
die kleinen, ironischen Fußnoten, die dazu führen, dass ihre Portraits eine
enorme Lebendigkeit entfalten, der man sich kaum entziehen kann. Und die Art
der Darstellung: Frontal, ungeschminkt und fast distanzlos fordern ihre
"Otto Normalverbraucher" zum Dialog.
Geissler: "Eine Frau verweilt lange vor dem
Bild „Paar mit Hund“ und spricht mich dann an und sagt, 'Das ist wie bei
uns zu Hause, da ist der Hund auch das einzige verbindende Element zwischen
mir und meinem Mann.' Ich bin immer wieder überrascht, was Betrachter für
sich entnehmen und wie sie interpretieren. Meine Erfahrungen mit Besuchern
meiner Ausstellungen haben gezeigt, dass das provozierende Element fesselt,
zum Verweilen und Nachdenken zwingt. Die Besucher zeigen Zustimmung, aber
auch Irritation oder Ablehnung (je nach eigener Erfahrung), jedoch keine
Gleichgültigkeit. Der Betrachter spiegelt sich, in dem er sich selber findet
mit aller psychischer und physischer Fülle."
Geissler malt derzeit ausschließlich Menschen in expressionistischem Stil mit scheinbar grobem Duktus. Dennoch erscheinen die Figuren immer zart. Über feine Nuancen in Mimik und Gestik transportieren sie ihre emotionalen Befindlichkeiten und erreichen mühelos den Betrachter.
Diese Wirkung erzielt Geissler über die
Linienführung. Die Wahl-Münchnerin sieht sich in ihrer künstlerischen
Entwicklung vor allem von Zeichnern beeinflusst, die anhand der Konturen physiognomisch
exakte Abbilder schaffen.
"Frauengruppe, 170 x 270 cm, Mischtechnik, ( 5 Einzelteile 170 x 50 cm )" Preise: Jeanette Geissler ist seit 1983 freischaffende Künstlerin. In den letzten Jahren hatte sie Einzel- und Gruppenausstellungen in renommierten Sammlungen wie dem Haus der Kunst in München. Dort werden ihre Werke auch Anfang 2007 wieder gezeigt. Aktuell sind ihre Bilder im "Kapuzinerstadl" in Deggendorf zu sehen. Die Preise sind angesichts ihrer Klasse überraschend zivil. Zwischen 300 und 3000 Euro kosten die meist großformatigen Gemälde. Anfragen über das Internet beantwortet die Künstlerin gerne (und liefert auch noch rechtzeitig vor Weihnachten...).
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