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Flop des Monats - Juli 2006

WM der Plattitüden - oder: "Bitte, schreib'
das nicht!"
An Aussagen wie "Der Künstler malt die
Welt, wie sie sich ihm darstellt" oder "Wie kein anderer schafft es
XYZ, seine Persönlichkeit (gerne auch: "seine subjektive
Persönlichkeit" oder "seine ausgefeilte Individualität") in
seinen Bildern herauszustellen, so dass der Betrachter unweigerlich in
einen Dialog mit dem Motiv tritt...", hat man sich beinahe gewöhnt.
Lästig ist das trotzdem. Allerdings nur die Spitze des Eisberges.
Eine Liste peinlicher Nonsens-Formulierungen enthält diese Zitate-Sammlung.
Alles O-Töne (unredigiert) von Künstlern und Galeristen live aus dem Web.
Den Künstlernamen habe ich aus nachvollziehbaren Gründen entfernt - denn
der ein oder andere malt trotz der fabrizierten Wort-Gülle schöne Bilder.

Kommentar überflüssig...

Labyrinthische Texte
(Lisa B., eigene Homepage)
Es sind zum Teil sehr verschlüsselte, labyrinthische Texte die - gerade
deshalb? - auffordern "etwas" finden zu wollen, irgendjemandem auf die
Spur zu kommen.
Diese Gedichte wollen sich nicht "erklären", nicht informieren, nicht
(nur) Psychogramm sein. Sie versuchen Phasen, Prozesse im Hiersein zu
be-schreiben, die eigentlich mit Worten nicht vermittelbar sind. (...)

Eine Ahnung von außen nach
innen... (Emanuelle A., ebay-Angebot)
Emanuelle A. vertritt
eine junge französische Kunstrichtung die versucht das Verhältnis von
Figur und Raum im Gegensatz zur naturalistischen Zufälligkeit neu zu
ordnen. Figur und Hintergrund sind klar geschieden und in farblicher
Erscheinung als einfacher Kontrast betont. Mit den einfachsten Mitteln
klarer Zeichnung und Modellierung entsteht ein Bild, das mit der äußeren
Erscheinung zugleich deren nach innen gekehrtes Wesen ahnen läßt.

Kohärente
Überlagerungsformen... (José María C., Kunstring)
José María C.
(Spanien-Deutschland-Venezuela) kreiert seine Werke überwiegend im Herzen
Spaniens – in Madrid. (...) Der Künstler versteht sich darin, komplexe
Themen mit moderner Malerei zu vereinigen. Durch gezielte Kombinationen
und kohärenten Überlagerungsformen superiorer und inferiorer
Farbsubstrate, aktivieren die Werke ergreifende Subjekt-Objekt-Dialoge im
Innersten des Betrachters. Sie reizen förmlich zu einer produktiven
Innenschau seiner selbst. Der semantische Gehalt der Bilder führt hierbei
nur indirekt hin und regt unmittelbar die kognitiven Prozesse und die
damit verbundene intrapsychische Kommunikation des Beobachters an. Das
Ergebnis ist eine ganzheitliche Stimulation – bewusster und unbewusster
Wahrnehmungsmuster – ohne Zensur des Verstandes.

Das Normative der Anderswelt...
(Stephan H., Kunstring)
Seine Kunst entsteht aus einer sich immer wieder verändernden
Wahrnehmung seiner Umgebung und seines Leben, bedingt durch eine
Grenzerweiterung seiner Psyche von dem Normativen. Reales vermischt sich
mit Träumen und Berührungen aus der Anderswelt.

Energiebündel der Heiterkeit...
(Elfie B., Kunstring)
Elfie B., ein Energiebündel an Fröhlichkeit, Tatendrang und guter
Laune, spontan und immer gut drauf, umschwärmte Mallehrerin und
Künstlerin, drückt ihr Wesen mit großer Schaffensfreude und unbändigem
Elan in großen, farbenfrohen, prachtvollen Werken aus. Oft malt sie die
Landschaft des Marchfeldes, wo sie auch wohnt und verzaubert diese in ein
farbenfrohes stimulierendes Werk, das jeden Raum, wo es hängt, aufhellt
und die Laune der Bewohner und Besucher sofort anhebt. Mit ihrem
extrovertiertem Wesen zieht sie die Menschen magisch an und wo sie und
ihre Bilder sind, ist Frohsinn und Heiterkeit zuhause.

Brodelkessel der Unvernunft...
(Hans H., Kunstring)
__verleugnete Bilder__zusammenhangloses Dröhnen in der
Figuration__geschrumpft in der Vieldeutigkeit__dem Entsetzen
preisgegeben__Ausgegrabenes über Zeit und Atemzug hinweg__unvorbereitet
mit Kriegeslist in die Sinne getrieben__nichts weiter__der Zeit ist es
gleichgültig__Schichten kehren zurück und gehen den Weg noch einmal in die
Geborgenheit__ein Brodelkessel der Unvernunft und Respektlosigkeit__in
diesen Rändern verschwinden die Bilder: sie sind um gekehrt.

Nur leichte künstlerische Kost... (Klaus
H, Kunstring)
Die Sinne mit der Macht der Farbe zu reizen und den
gegenständlichen Ausdruck intentional gezielt einzusetzen, lassen leichte
künstlerische Kost nur oberflächlich dekorativ erscheinen, um den
Betrachter eine bedingt rationale Distanz gewahren zu lassen.

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